
Brentano im Beethovenhaus: War sie Beethovens „unsterbliche Geliebte“?
Brentano im Beethovenhaus : War sie Beethovens „unsterbliche Geliebte“? Von Nikolai Ott 07.05.2026, 16:06Lesezeit: 4 Min. Sie war es vermutlich nicht: die Schriftstellerin und Komponistin Bettina von Arnim, geborene...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Brentano im Beethovenhaus : War sie Beethovens „unsterbliche Geliebte“? 2026, 16:06Lesezeit: 4 Min. Sie war es vermutlich nicht: die Schriftstellerin und Komponistin Bettina von Arnim, geborene Brentano, Bleistiftzeichnung von Ludwig Emil Grimm, 1809Freies Deutsches Hochstift/Frankfurter Goethe-MuseumEine neue Ausstellung in Bonn zeigt, wie stark die Künstlerfamilie Brentano den Beethoven-Mythos geprägt hat.
Sogar eine Kandidatin für die „unsterbliche Geliebte“ des Komponisten findet sich in ihrem Kreis. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Der Vorfall, der sich im böhmischen Teplitz, einem nordwestlich von Prag gelegenen Kurort, im Juli 1812 ereignete, ist nicht nur wegen seiner Protagonisten ein bemerkenswertes Ereignis. Ludwig van Beethoven und Johann Wolfgang von Goethe hatten sich zu einem Spaziergang verabredet, im Park kommt ihnen die österreichische Kaiserin mitsamt ihrem Hofstaat entgegen.
Die Einzelheiten
Goethe weist Beethoven darauf hin, beiseitezutreten, um zum Gruß verneigend seinen Hut abzunehmen. Der Komponist weigert sich und läuft mit verschränkten Armen mitten durch die Adelskompagnie hindurch. Die charakterlichen Unterschiede der Klassik-Titanen, zwischen dem „Fürstenknecht“ Goethe und Beethovens „ungebändigter Persönlichkeit“, die in jener Szene deutlich werden, wurde spätestens durch Carl Röhlings Lithographie zu einem Politikum der Beethoven-Forschung.
Das Problem: Vermutlich war vieles daran erfunden. Eine Sonderausstellung im Beethoven-Haus Bonn widmet sich derzeit genau solchen phantasiereichen Einbildungen von Bettine Brentano (von Arnim) und anderen Eigenarten, die das Verhältnis der Brentanos mit Beethoven prägten. Neben den Romantikern Bettine und Clemens behandelt die Ausstellung auch das Verhältnis von deren Halbbruder Franz und dessen Frau Antonie Brentano mit dem Komponisten, der im frühen 19.
Jahrhundert also auf vertrautem Fuß stand mit der Uradelsfamilie, die ursprünglich aus der Lombardei stammte. Die Bezüge der Familie Brentano zu Beethoven, die aus fragmentarisch überlieferten Quellen hergeleitet sind, lassen sich im Erdgeschoss des zum Museum gehörenden Nachbarbaus von Beethovens Geburtshaus nachvollziehen. Ein wahrer Brief und zwei erfundene KorrespondenzenWer aus der Dauerausstellung über den Garten zur Sonderausstellung gelangt, wird unmittelbar mit den Indizien der spektakulärsten Beziehung vertraut.
Was Experten sagen
Die Schriftstellerin Bettine Brentano, schillernde Gestalt der deutschen Romantik, bewunderte nicht nur Goethe, sondern auch Beethoven. Während sie mit dem Schriftsteller über Jahre einen regelmäßigen Briefwechsel pflegte, war sie mit dem Komponisten zwischen 1810 und 1811 unregelmäßig im Kontakt. Gemeinsam mit ihrer Schwägerin Antonie besuchte sie im Mai 1810 den Komponisten in Wien, wo sie ihn in einer aufgewühlten Stimmung vorfanden.
Seine Heiratsabsichten mit Therese Malfatti hatten sich zerschlagen, aber die Damen heiterten ihn auf.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





