
Brief aus Istanbul: Bosch steht am Pranger
Brief aus Istanbul : Bosch steht am Pranger Von Bülent Mumay 14.05.2026, 11:01Lesezeit: 6 Min. Der türkische Präsident Erdoğan am 24. April in IstanbulReuters/Murad SezerWie hysterisch Erdoğans Regime agiert, zeigt der...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Brief aus Istanbul : Bosch steht am Pranger Von Bülent Mumay 14. 2026, 11:01Lesezeit: 6 Min. Der türkische Präsident Erdoğan am 24.
April in IstanbulReuters/Murad SezerWie hysterisch Erdoğans Regime agiert, zeigt der Aufruhr um einen eigentlich herzerweichenden Werbeclip für einen Tierhaarstaubsauger. Die deutsche Haushaltsgerätefirma hatte es nur gut gemeint. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Am Zweiten Weltkrieg nahm die Türkei nicht aktiv teil, verarmte aber stark.
Die Einzelheiten
Das beste Buch über das Elend der Bevölkerung schrieb wohl der bekannte Journalist und Erzähler Oktay Akbal mit „Önce Ekmekler Bozuldu“ (“Zuerst verdarb das Brot“). In der titelgebenden Erzählung schildert Akbal, wie wirtschaftliche Umstände eine Gesellschaft zerstören: „Zuerst verdarb das Brot und danach alles andere. Die Welt machte keinen Spaß mehr.
Alles war auf einmal anders. Das Brot, das Wasser, das Wetter, die Straßen und Plätze, die Menschen … Die Guten wurden schlecht, die Freigebigen geizig, die Gefühlvollen kaltherzig. Ach, das verdorbene Brot – die Substanz der Menschen ist sicherlich das Brot.
“ Zur türkischen Fassung der Kolumne:Yazının Türkçe orijinalini okumak için tıklayınAuch in diesem Jahrhundert sind wir kein aktiver Teil eines Kriegs, doch die Wirtschaftspolitik Erdoğans stört unsere Gesellschaft empfindlich. Wir sind nicht bloß politisch gespalten, sondern auch zu einer beunruhigten, gestressten Gesellschaft geworden, in der keiner mehr dem anderen traut. Laut einer Umfrage aus dem letzten Monat leidet die Hälfte der Bevölkerung unter einem hohen Stresslevel.
Was Experten sagen
Das ist zu 65 Prozent durch die ökonomischen Verhältnisse verursacht. Und der Stress beschränkt sich nicht auf die Gegenwart. Mit größter Sorge blicken wir in die Zukunft.
Fünf von sechs Personen machen sich in mittlerem oder hohem Maß Sorgen. Betroffen sind insbesondere die Achtzehn- bis Neunundzwanzigjährigen. Sie glauben nicht, dass die Zukunft besser als die Gegenwart wird.
Bülent MumayEmir ÖzmenWie Oktay Akbal in seiner Erzählung von 1946 andeutete, ist heute die Substanz unserer Gesellschaft ebenso verdorben wie unser Brot. Die Gesellschaft, in der man sich einst vertraut und traditionell gegenseitig unterstützt hat, ist nicht wiederzuerkennen. Das Gefühl, dass die Ressourcen begrenzt sind, hat das Vertrauen „dem anderen“ gegenüber verringert.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





