
Buckelwal tot vor Anholt: Bei einem Herzinfarkt ruft keiner zuerst den besten Freund an
meinung Aktionismus um Buckelwal Als würde man bei einem Herzinfarkt den besten Freund anrufen – und nicht den Notarzt Ein Kommentar von Julia Merlot Wochenlang investierten Forscher, Politiker und Bürger vergeblich...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. meinung Aktionismus um Buckelwal Als würde man bei einem Herzinfarkt den besten Freund anrufen – und nicht den Notarzt Ein Kommentar von Julia Merlot Wochenlang investierten Forscher, Politiker und Bürger vergeblich Zeit, Nerven und viel Geld in Rettungsversuche für einen todgeweihten Wal. Die Aktion ist Symptom einer Zeit, in der gefühlte Wahrheiten zum Maßstab werden. 16 Uhr Zur Merkliste hinzufügen X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern Buckelwal im Lastkahn Ende April: Livestreams, Spendenaufrufe und ein mitteilsamer Minister Foto: Stefan Sauer / dpa Sie können den Artikel leider nicht mehr aufrufen. Der Link, der Ihnen geschickt wurde, ist entweder älter als 30 Tage oder der Artikel wurde bereits 10 Mal geöffnet.
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Danke für Ihr Feedback! positiv bewerten negativ bewerten Tot wäre der Buckelwal jetzt so oder so. Ob man ihn auf seiner Sandbank vor Poel liegen gelassen oder ihn, wie geschehen, in einem Lastkahn Richtung Nordsee transportiert hätte – das Ergebnis wäre dasselbe gewesen.
Und doch spielt es eine Rolle, wie das Tier gestorben ist. Über mehr als anderthalb Monate hat der Wal Wissenschaftler, Politiker und Bürger beschäftigt. Und so gingen Zeit, Nerven und viel Geld in der Ostsee baden.
Was Experten sagen
Umweltministerien berieten über Rettungsmaßnahmen, Anwälte prüften Zuständigkeiten und Handlungsspielräume. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) verbrachte mehrere Tage beim Wal und sogar mal eine Nacht. Gerichte erhielten Anträge gegen und für Rettungsprojekte.
Forschungseinrichtungen erstellten Gutachten, bearbeiteten Anfragen, gaben Mitteilungen heraus. Bürger saßen wochenlang vor Livestreams, manche fielen auf unseriöse Spendenaufrufe herein . Bild vergrößern Toter Buckelwal vor der dänischen Insel Anholt: Man hätte wissen können, dass die Rettungsversuche für den Buckelwal vergeblich sein würden Foto: Jonas Walzberg / dpa Kein Herz für Schweinswale?
Karin Walter-Mommert, eine der Geldgeberinnen der privaten Walinitiative, schätzt allein die Kosten für deren Rettungsversuche auf ungefähr 1,5 Millionen Euro – die Schiffskosten für die Schlepper des Waltransports Richtung Nordsee noch nicht eingerechnet. Was der restliche Rummel um den Wal gekostet hat, lässt sich schwer beziffern. Fest steht: Zeit, Nerven und Geld wären an anderen Stellen besser investiert gewesen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





