
Cem Özdemir: Er ist jetzt der wichtigste Grüne
Cem Özdemir : Er ist jetzt der wichtigste Grüne Ein Kommentar von Rüdiger Soldt, Stuttgart 09.05.2026, 09:38Lesezeit: 3 Min. Cem Özdemir im Januar 2025, damals noch Landwirtschaftsminister in BerlindpaAls...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Cem Özdemir : Er ist jetzt der wichtigste Grüne Ein Kommentar von Rüdiger Soldt, Stuttgart 09. 2026, 09:38Lesezeit: 3 Min. Cem Özdemir im Januar 2025, damals noch Landwirtschaftsminister in BerlindpaAls Ministerpräsident von Baden-Württemberg steht Özdemir vor großen politischen Herausforderungen.
Seine Antworten darauf werden in der Mitte mehrheitsfähig sein – und in die Partei hineinwirken. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Wenn Cem Özdemir an diesem Samstag auf dem Grünen-Parteitag über die dritte grün-schwarze Koalition in Baden-Württemberg spricht, werden die Delegierten ihn feiern. Es sind dann noch vier Tage, bis der Schwabe aus Bad Urach zum zweiten grünen Ministerpräsidenten der Republik gewählt werden soll.
Die Einzelheiten
Eigentlich eine Sensation, die nur deshalb etwas unterbelichtet blieb, weil der Sieg so knapp ausfiel. Özdemir hat es immer wieder gesagt: Der Weg in ein hohes Staatsamt war ihm nicht in die Wiege gelegt. Als in Deutschland geborener Sohn türkischer Einwanderer und als Ultrarealo vom Tag des Parteieintritts an musste er viele Hürden überspringen.
Unvergessen bleibt der Oktobertag im Jahr 2008 in der Stadthalle von Schwäbisch Gmünd, als sich die Grünen wie ein Sponti-Haufen aufführten und dem künftigen Bundesvorsitzenden Özdemir den gewünschten Listenplatz für ein Bundestagsmandat verwehrten. Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. jetzt lesen Von nächster Woche an wird Özdemir nicht nur eine Landesregierung führen – er zählt jetzt neben Felix Banaszak, Franziska Brantner, Britta Haßelmann und Katharina Dröge zu den wichtigsten Politikern seiner Partei.
Vielleicht ist er sogar der wichtigste Grüne im Land, weil er das höchste Regierungsamt innehat und beliebt ist. Beim Kurs der Partei hat Özdemir ein Wort mitzuredenDas heißt auch: Özdemir hat eine Chance, ein Wort mitzureden, wenn es um den künftigen Kurs seiner Partei geht. Wenn nach Lösungen der Krise des Landes, der Demokratie oder der Wirtschaft gefragt wird, wird er Antworten als Ministerpräsident liefern müssen.
Was Experten sagen
Es werden in der Mitte mehrheitsfähige Antworten sein, die auch in seine Partei hineinwirken. Özdemir wird die Rolle anders ausfüllen als Winfried Kretschmann. Der war Demokratieerklärer, Ökologe und Vertrauensschöpfer.
Bundespolitisch stand er im Ruf, ein Wertkonservativer in der falschen Partei zu sein. Teils lag das an seinem Unwillen, sich mit grünen Partei-Interna zu befassen, teils an der Unkenntnis der Öffentlichkeit über das breite weltanschauliche Spektrum der Parteigründer. Verändert hat Kretschmann die Grünen in Berlin mit seinem regelmäßigen ostentativen Kopfschütteln über etatistische oder linkssektiererische Eskapaden eher nicht.
Oft machte sich die grüne Führung nicht einmal die Mühe, den Erfolg Kretschmanns, den man im Prenzlauer Berg als provinziell-reaktionär bewertete, wenigstens zu verstehen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





