
Christian Schmidt: „Ich bin kein Opfer, ich bin ein freier Mann“
Christian Schmidt : „Ich bin kein Opfer, ich bin ein freier Mann“ Von Michael Martens 16.05.2026, 09:00Lesezeit: 8 Min. Christian Schmidt am 10. Oktober 2023 in SarajewoReutersPolitik als Fortsetzung des Krieges: In...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Christian Schmidt : „Ich bin kein Opfer, ich bin ein freier Mann“ Von Michael Martens 16. 2026, 09:00Lesezeit: 8 Min. Christian Schmidt am 10.
Oktober 2023 in SarajewoReutersPolitik als Fortsetzung des Krieges: In Bosnien-Hercegovina gibt Christian Schmidt sein Amt als Hoher Repräsentant auf. Wir wollen von ihm wissen: Hat Amerika ihn dazu gezwungen? Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Herr Schmidt, die USA haben Sie gleichsam mit vorgehaltener Pistole dazu genötigt, Ihr Amt als Hoher Repräsentant der Staatengemeinschaft in Bosnien-Hercegovina schleunigst abzugeben.
Die Einzelheiten
Was sagt dieses rabiate Vorgehen über das europäisch-amerikanische Verhältnis? Alle Gespräche sind friedlich und ohne „Waffennutzung“ verlaufen. Ich habe mich von mir aus dazu bereit erklärt, unter den obwaltenden Umständen zu verhindern, dass unterschiedliche Positionen sich zu einem Risiko für das Amt des Hohen Repräsentanten auswirken.
Deswegen habe ich in Gesprächen, die intensiv, aber auch erfolgreich waren, so entschieden. Sie sprechen von „intensiven Gesprächen“. Wie sehr müssen Sie sich dabei auf die Zunge beißen?
Sie wirken wie jemand, der sehr viel mehr sagen könnte und vielleicht auch wollte, aber nicht darf – zumindest noch nicht darf. Diejenigen, die alles sagen, was ihnen auf dem Herzen liegt, beachten Grundregeln des diplomatischen Umgangs nicht. Ich bin nicht hier, um Befindlichkeiten zu erklären, sondern um zu sagen, um was es geht.
Was Experten sagen
Ich habe nach fünf Jahren im Amt, der zweitlängsten Amtsspanne aller Hoher Repräsentanten in Bosnien, schweren Herzens die Entscheidung getroffen, aufzuhören. Ich weiß aber auch, dass wir einige Probleme haben, die wir ansprechen müssen. Wer glaubt, Dinge würden gelöst, indem einer geht oder ein anderer kommt, hat die Probleme in Bosnien-Hercegovina nicht verstanden.
Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. jetzt lesen Ihren Posten hier in Sarajevo, von dem die Amerikaner Sie nun mehr oder weniger verjagt haben, verdanken Sie nicht zuletzt Angela Merkel. Die hat auf einer Veranstaltung Ihrer CSU im Jahr 2017 den berühmten Satz gesagt, die Zeiten, in denen man sich auf die USA völlig verlassen konnte, seien „ein Stück weit vorbei“, weshalb die Europäer mehr Verantwortung übernehmen müssten.
Stimmen Sie dem Satz zu? Dem stimme ich zu – allerdings mit einer Frage: Was haben wir Europäer eigentlich getan, um eine eigene Strategie zu entwickeln? Wenn ich mir die Lage hier in Bosnien ansehe, sehe ich noch erheblichen Bedarf an Nachsteuerung.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





