
Debatte um Migration: „Profitieren die Sozialsysteme von der Einwanderung oder nicht?“
Debatte um Migration : „Profitieren die Sozialsysteme von der Einwanderung oder nicht?“ Von Nicolas Kurzawa 12.05.2026, 20:51Lesezeit: 6 Min. Hat für viel Kritik gesorgt: Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) im März im...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Debatte um Migration : „Profitieren die Sozialsysteme von der Einwanderung oder nicht? “ Von Nicolas Kurzawa 12. 2026, 20:51Lesezeit: 6 Min.
Hat für viel Kritik gesorgt: Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) im März im Bundestag. dpa„Es wandert niemand in unsere Sozialsysteme ein“, ist Arbeitsministerin Bas überzeugt – und erntete viel Kritik dafür. Für Migrationsökonom Herbert Brücker ging schon die Frage am Thema vorbei.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Herr Brücker, über Bärbel Bas haben zuletzt auch manche Parteifreunde den Kopf geschüttelt. Sie antwortete einem AfD-Abgeordneten sinngemäß: Hohe Sozialleistungen führen nicht zu mehr Migration. Was sagt denn die Studienlage?
Das war erstmal alles nicht besonders sauber formuliert, weder die Frage der AfD noch die Antwort von Frau Bas. Wir zahlen alle Steuern und Abgaben und beziehen in irgendeiner Form über den Lebensverlauf Transfers wie Gesundheitsleistungen, Renten, BAföG und im Bedarfsfall natürlich auch Bürgergeld oder Arbeitslosengeld. Die inhaltliche Frage lautet also eigentlich: Profitieren die Sozialsysteme von der Einwanderung oder nicht?
Und da hat Frau Bas durchaus einen Punkt. Sie müssen sich Steuern und Abgaben auf der einen und Transfers auf der anderen Seite im Lebenszyklus vorstellen. Bis zu einem Alter von etwa Mitte 20 ist ein Mensch üblicherweise Netto-Transferempfänger, weil bis dahin die Bildungsausgaben anfallen, man keine Steuern und Abgaben zahlt, die Infrastruktur nutzt und so weiter.
Was Experten sagen
Das heißt, man erhält in dieser Phase mehr, als man gibt. Dann kommt die aktive Lebensphase, in der man selbst beiträgt. Ab Anfang bis Mitte 60 kippt das wieder ins Gegenteil.
Dann fallen die ganzen altersbezogenen Transfers an, also Rentenausgaben zum Beispiel. Viele Migranten sind zwischen 25 und 30 Jahre alt, wenn sie kommen. Das heißt, den ersten kostenintensiven Lebensabschnitt haben sie in ihrem Heimatland verbracht.
Und viele Migranten wandern später wieder zurück. Wie viele Menschen betrifft das? Wir zählen jedes Jahr zwischen einer Million und 1,3 Millionen Fortzüge.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





