
Der Wandertipp: Hohe Buchen, tiefe Einblicke
Der Wandertipp : Hohe Buchen, tiefe Einblicke Von Thomas Klein, Weilmünster 01.05.2026, 10:34 Lesezeit: 5 Min. Bildbeschreibung ausklappen Steinbruch für Diabas: Auf acht Sohlen wird das harte Gestein im Hintertaunus...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Der Wandertipp : Hohe Buchen, tiefe Einblicke Von Thomas Klein, Weilmünster 01. 2026, 10:34 Lesezeit: 5 Min. Bildbeschreibung ausklappen Steinbruch für Diabas: Auf acht Sohlen wird das harte Gestein im Hintertaunus abgebaut.
Thomas Klein Kein Bodensee, aber ein kleines Naturidyll ist der vor 50 Jahren angelegte Möttauer Weiher. Er bildet ebenso eine Rarität im Taunus wie der benachbarte 100 Meter tiefe Diabasbruch. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App So abwechslungsreich der Taunus ist, wo sich steile Höhen und weite Hochflächen, Wälder und Felder ablösen, eines fehlt ihm: nennenswerte Gewässer.
Die Einzelheiten
Nur dort, wo der Mensch durch Stauwehre nachhilft, bestehen größere Wasserflächen, etwa Hattsteinweiher und Meerpfuhl bei Usingen oder der Möttauer Weiher benachbart zum gleichnamigen Ortsteil von Weilmünster. Mit viereinhalb Hektar ist der zwar auch kein Bodensee, und nicht einmal Wassersport wird gestattet, doch seit seiner Wiederbelebung vor 50 Jahren und dem Ausbau zum Naherholungs- und Naturschutzgebiet hat sich eine grüne Oase typischer Tier- und Pflanzenvertreter von Feuchtgebieten dort entwickelt. Rasenflächen und Rundwege erlauben das stille Beobachten der Vögel, darunter Kanadagänse, Krick-, Knäck- und Stockenten, die jetzt mit ihren Jungen im Schlepp übers Wasser schaukeln.
Sehr anrührend gibt es Einblicke in das ufernahe Brutgeschäft eines Schwanenpaars. Fürsorglich umkreist der Vater in spe das wagenradgroße Gelege, auf dem regungslos das Weibchen liegt, den langen Hals zur Entlastung tief ins Federkleid gesteckt. Schwanen-Gelege am Möttauer Weiher Thomas Klein Die dicht bewachsene Westseite des Weihers gehört einer Graureiher-Kolonie.
Ein reicher Fischbesatz zieht aber nicht nur sie an. Von vornherein war das (organisierte) Angeln als Reminiszenz an die Anlage zweier Fischteiche im 15. Jahrhundert vorgesehen.
Was Experten sagen
Bei der Wiederherstellung des Weihers 1976 ließ sich noch auf den historischen Damm zurückgreifen. Allerdings verfügten die Grafen von Nassau-Weilburg schon 1590 das Trockenlegen. Sie untersagten die Waldweide und schufen im Möttbachtal mit Wiesen Ersatz, nachdem die überwiegend von Eisenproduktion lebenden Möttauer für Holzkohle fast alle Bäume gefällt hatten.
Dabei waren es die Weilburger Herren, die massiv Abbau und Verhüttung förderten. Zum Schutz ihrer Montaneinrichtungen legten sie Ende des 14. Jahrhunderts mit der Philippstein eine Trutzburg gegen die in Sichtweite residierenden Grafen von Solms-Braunfels an.
Die restaurierte Burg wurde mit Diabas errichtet. Dieses extrem harte Gestein – ein Kubikmeter wiegt bis zu drei Tonnen – ist zusammen mit dem vorherrschenden Quarzit der eigentliche Grund, warum auf der Hochebene des Taunus keine größeren Gewässer bestehen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





