
DGB-Kongress in Berlin: Die Sozialpartnerschaft ist am Ende
meinung Koalitionsspitzen auf DGB-Kongress Die Sozialpartnerschaft ist am Ende Eine Kolumne von Michael Sauga Das Konsensmodell der Deutschland AG funktioniert nicht mehr. Die Merz-Regierung muss einen Großteil der...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. meinung Koalitionsspitzen auf DGB-Kongress Die Sozialpartnerschaft ist am Ende Eine Kolumne von Michael Sauga Das Konsensmodell der Deutschland AG funktioniert nicht mehr. Die Merz-Regierung muss einen Großteil der notwendigen Reformen nicht mit Gewerkschaften und Arbeitgebern durchsetzen, sondern gegen sie. 01 Uhr Zur Merkliste hinzufügen X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern Proteste beim DGB-Kongress 2026: Auf der Bühne streiten, im Hinterzimmer kungeln Foto: Mike Schmidt / photowerkstatt / picture alliance Sie können den Artikel leider nicht mehr aufrufen. Der Link, der Ihnen geschickt wurde, ist entweder älter als 30 Tage oder der Artikel wurde bereits 10 Mal geöffnet.
Die Einzelheiten
Wenn Politiker zu den Verbandstagen von Gewerkschaften oder Arbeitgebern reisen, ist ein Lob der Sozialpartnerschaft Pflicht, so auch beim DGB-Bundeskongress diese Woche in Berlin. SPD-Chef Lars Klingbeil würdigte den »Zusammenhalt« der Tarifparteien, der schon immer »die Antwort für schwere Zeiten« gegeben habe. Arbeitsministerin Bärbel Bas pries die »gelebte Sozialpartnerschaft«.
Und Kanzler Friedrich Merz sprach von der »Kultur des Miteinanders«, die in der Republik »so erfolgreich« praktiziert worden sei. Zum Autor Michael Sauga wurde 1959 in Goslar am Harz geboren, studierte Volkswirtschaft in Köln und besuchte die dortige Journalistenschule. Nach Stationen bei »Wirtschaftswoche« und »Focus« rund 25 Jahre in verschiedenen Funktionen beim SPIEGEL tätig, unter anderem als Leiter des Hauptstadtbüros und Autor für Wirtschaft und Politik in Brüssel.
Das sind schöne Floskeln, mit der Realität haben sie wenig zu tun. Konstruktiv gehen Arbeitgeber und Gewerkschaften noch immer in vielen Betrieben miteinander um. Wenn es aber um die großen Fragen der Sozial-, Steuer- oder Arbeitsmarktpolitik geht, sind die Sozialpartner auf verschiedenen Planeten unterwegs, die sich auch noch mit Lichtgeschwindigkeit voneinander fortbewegen.
Was Experten sagen
Arbeitgeber-Präsident Rainer Dulger sieht die Republik auf dem Weg zu einer »Nostalgiegesellschaft«, in der »Wahlgeschenke unabsehbare Folgekosten« erzeugten und der »Sozialstaat selbst zum Sozialfall« werde. DGB-Chefin Yasmin Fahimi dagegen lebt in einem Land, das unter der »Jammerei der Eliten« und der »Investitionsfaulheit der Unternehmen« leide und in dem der »Abbau des Sozialstaats als Zukunftskonzept« verkauft werde. Wunschlisten abarbeitenFatal daran ist weniger, dass die Vertreter von Kapital und Arbeit unterschiedliche Weltsichten vertreten, das war schon immer so.
Fatal ist, dass in den ideologisch zugemauerten Echokammern der Funktionäre Kompromisse kaum noch Platz finden. Dass die Spitzenverbände der Wirtschaft einer moderaten Erhöhung der Erbschaftsteuer zustimmen, ist derzeit genauso unvorstellbar wie ein Ja der Gewerkschaften zu jeder noch so geringfügigen Erhöhung des Rentenalters.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





