
Die Kraft des Fotoautomaten: Vielleicht wird er sogar das iPhone überleben
Die Kraft des Fotoautomaten : Vielleicht wird er sogar das iPhone überleben Von Jannis Holl 04.05.2026, 06:50 Lesezeit: 5 Min. Bildbeschreibung ausklappen Zeugnisse der eigenen Existenz: Unser Autor dokumentiert mit...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Die Kraft des Fotoautomaten : Vielleicht wird er sogar das iPhone überleben Von Jannis Holl 04. 2026, 06:50 Lesezeit: 5 Min. Bildbeschreibung ausklappen Zeugnisse der eigenen Existenz: Unser Autor dokumentiert mit Passbildern sein Älterwerden.
Janek Stempel Inzwischen brauchen wir den Fotoautomaten nicht mal mehr für Passbilder. Trotzdem hält er sich hartnäckig in deutschen Innenstädten. Unser Autor, Stammkunde, erklärt seine Anziehungskraft – und warum sie nichts mit Eitelkeit zu tun hat.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Früher reichten die Vorhänge der Fotoautomaten bis zum Boden. In den engen Kabinen verschwanden verliebte Paare, die dort nicht nur ihr Glück auf Fotopapier festhielten, sondern sich auch zu anderen Gesten der Zuneigung hinreißen ließen. Also wurden die Vorhänge halbiert.
Der Fotoautomat blieb trotz des gekürzten Sichtschutzes ein intimer Rückzugsraum und Ort menschlicher Selbstvergewisserung im Gewirr der Stadtzentren, Hauptbahnhöfe und Einkaufspassagen. Und das bis heute – obwohl sein Überleben immer alles andere als gewiss war. Ein Comeback ausgerechnet im Digitalzeitalter Das Mobiltelefon ließ erst die Telefonzelle verschwinden, dann den MP3-Player – und zuletzt auch die Kamera für den Freizeitgebrauch.
Mit unseren Handys können wir jederzeit filmen und fotografieren, vor allem uns selbst. Um Porträtfotos zu knipsen, brauchen wir den Fotoautomaten nicht. Höchstens für ein biometrisches.
Was Experten sagen
--> Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. jetzt lesen Aber auch seine Daseinsberechtigung für bürokratische Zwecke hat der Fotoautomat vor rund einem Jahr verloren. Mai 2025 akzeptieren Behörden nur noch digitale Passfotos aus sicherer Quelle, etwa direkt auf dem Amt aufgenommen oder von einem zertifizierten Fotografen angefertigt.
Manch einer hatte dem „Apparat zur selbstthätigen Herstellung von Photographien“, wie die deutsche Version der Erfindung 1889 im Reichspatent 51081 vermerkt wurde, spätestens mit dem Inkrafttreten dieser Regel ein rasches Ende prophezeit. Doch die über ganz Deutschland verteilten rund 2000 (mittlerweile digitalen) Automaten des Marktführers Fotofix scheinen sich immer noch zu rechnen, obgleich ihre Passbilder keinen wirklichen Nutzen mehr haben. Hinzu kommen die zahlreichen analogen Fotokabinen, die ausgerechnet im Digitalzeitalter ein Comeback feiern.
In ihrem Inneren arbeiten kleine, automatisierte Fotolabore: Sie belichten und entwickeln die Aufnahmen noch chemisch und spucken am Ende den Streifen mit vier Bildern aus. Seit 2004 hat das Unternehmen Photoautomat allein in Berlin mehr als 30 solcher Zeitmaschinen aufgestellt. Auch in Hamburg, Leipzig, Köln und Wien findet man sie.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





