
Einrichtungstrends: Warum es jetzt überall wie im Airbnb aussieht
Einrichtungstrends : Warum es jetzt überall wie im Airbnb aussieht Von Florian Siebeck 14.05.2026, 08:28Lesezeit: 5 Min. Austauschbar: das Interieur von AirbnbsiStockphotoHygge, Monstera, Eames Chair – ein Wohntrend...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Einrichtungstrends : Warum es jetzt überall wie im Airbnb aussieht Von Florian Siebeck 14. 2026, 08:28Lesezeit: 5 Min. Austauschbar: das Interieur von AirbnbsiStockphotoHygge, Monstera, Eames Chair – ein Wohntrend jagt den nächsten.
Hat das Stil oder kann das weg? Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Der Airbnb-StilViele Airbnb-Vermieter beherrschen die hohe Kunst der Konfliktvermeidung. Nichts darf zu persönlich sein, nichts zu teuer, zu billig, zu empfindlich.
Die Einzelheiten
In der Praxis sieht das oft so aus: weiße Wände, helles Holz, graues Sofa, Nespresso-Maschine. Dazu ein paar Eames-Fakes, eine Kunstpflanze und ein gerahmter Stadtplan, damit man zumindest weiß, wo man sich befindet, wenn man es schon nicht an der Ausstattung erkennt. Wer eine Airbnb-Wohnung betritt, ahnt sofort, wo die Weingläser stehen, egal ob in Lissabon, Leipzig oder Ljubljana.
Am Ende stehen sie dann doch ganz woanders, weil die Person, die die Wohnung eingerichtet hat, selbst davon keine Ahnung hat. Es wäre alles halb so schlimm, wenn dieser Stil nicht auf Wohnungen übergreifen würde, die als „furnished Apartments“ den Markt überschwemmen. Weil das so gut funktioniert, bleibt zu befürchten, dass wir mit diesem Graus noch eine ganze Weile werden leben müssen.
Aufgeräumt: Mit der Kondo- Methode kehrte Ordnung ein. Picture AllianceDie Berliner WandDie unverputzte Wand – Betonung auf die, es war meistens nur eine – war Berlins erfolgreichster Beitrag zur Wohnungsgestaltung seit der Ofenheizung. Anders als der Industrial Style, mit dem Menschen, deren schwerstes Werkzeug oft das Macbook ist, gern härtere Lohnarbeit romantisieren, dürfte die Berliner Wand eher zufällig entstanden sein.
Was Experten sagen
Irgendwo fiel der Putz ab, man hatte kein Geld oder keine Lust, ihn wieder aufzutragen, und plötzlich lag da diese raue Fläche frei. In einer Stadt, die sich nach 1990 pausenlos neu erfand, war so eine Wand der beste Beweis, dass wenigstens etwas alt geblieben war. Vor ihr konnte man sehr teure Möbel aufstellen, ohne sich dem Vorwurf der Bourgeoisie auszuliefern.
Zügig wanderte die Berliner Wand, die es natürlich auch in anderen Städten gab (außer vielleicht in München), in Cafés, Agenturbüros, Boutique-Hotels und Neubauten. Mittlerweile ist aber vielen gedämmert, dass auch Putz und Tapete ihre Vorzüge haben. HyggeWie kapituliert man möglichst gemütlich vor einer ungemütlichen Welt?
Richtig: Kerze an, Wollsocken hoch, Realität raus. Und Zimtschnecken natürlich. Irgendwann merkte jemand, dass die Dänen einen schönen Begriff dafür haben: Hygge.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





