
Energiepolitik: Also doch wieder Atomkraft?
Energiepolitik : Also doch wieder Atomkraft? Von Andreas Nefzger 01.05.2026, 14:29 Lesezeit: 7 Min. Bildbeschreibung ausklappen Das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld in Bayern, als noch Dampf aus den Kühltürmen kam. dpa...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Energiepolitik : Also doch wieder Atomkraft? Von Andreas Nefzger 01. 2026, 14:29 Lesezeit: 7 Min.
Bildbeschreibung ausklappen Das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld in Bayern, als noch Dampf aus den Kühltürmen kam. dpa Angesichts der Energiekrise will manch einer wieder über Kernenergie reden. Ob die gerade eine Hilfe wäre, ist umstritten – in der Forschung, wie auch in der Koalition.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App In CDU und CSU hört man gerade wieder häufiger ein Wort, das in der deutschen Debatte über Jahre erledigt war: Kernenergie. Als EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in dieser Woche nach Berlin reiste, wo sich die Führung der Unionsfraktion zur Klausur traf, sprach sie über die Lehren, die aus der gegenwärtigen Energiekrise zu ziehen seien. Um unabhängig von fossilen Importen zu werden, müssten in Europa erzeugte Energien ausgebaut werden.
Dazu zählte von der Leyen ausdrücklich auch die Kernkraft: Hier eröffneten „vor allem die neuen, kleinen modularen Reaktoren neue Perspektiven“. Die Begeisterung der Kommissionschefin für kleine Atommeiler, sogenannte Small Modular Reactors (SMR), ist nicht neu. In Brüssel hat sie unlängst eine Strategie auf den Weg gebracht, wie die Technologie in Europa einsatzbereit gemacht werden soll.
Bemerkenswert ist eher, dass sie beim Besuch ihrer Parteifreunde in Berlin darauf zu sprechen kam. Denn die Haltung des Kanzlers zu dem Thema kennt sie bereits. Als sie unlängst den deutschen Atomausstieg als strategischen Fehler bezeichnete, erwiderte Friedrich Merz, er teile ihre Einschätzung, fügte aber hinzu: „Der Beschluss ist irreversibel.
Was Experten sagen
Ich bedauere das, aber es ist so. “ Das Wort des Kanzlers wiederum hinderte Jens Spahn, den Vorsitzenden der Unionsfraktion, nicht daran, neulich eine andere Front in der Atomdebatte zu eröffnen. Am Rande eines Forschungskongresses dachte er laut über die Möglichkeit nach, die zuletzt abgeschalteten Atomkraftwerke zu reaktivieren.
„Ich finde jedenfalls, diese Debatte müssen wir gesellschaftlich führen“, sagte er. Riskiert die Union einen weiteren Konflikt mit der SPD? An sich sind die Positionen von Spahn und von der Leyen nicht ungewöhnlich.
Beides stand so im Wahlprogramm der Union. Inzwischen regieren CDU und CSU allerdings in einer Koalition mit der SPD, weshalb mindestens Spahns Vorstoß die Frage aufwirft: Macht sich die Union gerade etwa bereit, einen weiteren Konflikt in der Koalition aufzumachen? Im Moment ist noch schwer abzusehen, inwieweit die Fraktion ihrem Vorsitzenden folgen und in die Offensive gehen will.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





