
Ermordeter Lehrer: Soll Samuel Paty ins Panthéon?
Ermordeter Lehrer : Soll Samuel Paty ins Panthéon? Von Marc Zitzmann 07.05.2026, 19:33Lesezeit: 3 Min. Welche Ehre gebührt dem ermordeten Lehrer Samuel Paty? Diese Frage diskutiert Frankreich.AFPSamuel Paty wurde 2020...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Ermordeter Lehrer : Soll Samuel Paty ins Panthéon? Von Marc Zitzmann 07. 2026, 19:33Lesezeit: 3 Min.
Welche Ehre gebührt dem ermordeten Lehrer Samuel Paty? Diese Frage diskutiert Frankreich. AFPSamuel Paty wurde 2020 von einem Dschihadisten enthauptet, weil er Mohammed-Karikaturen zeigte.
Die Einzelheiten
000 Menschen seine Aufnahme ins Panthéon. Doch die Forderung ist umstritten. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Sollen die sterblichen Überreste von Samuel Paty in das Pariser Panthéon überführt werden?
Schon vor einiger Zeit erschien in „Libération“ ein Aufruf in diesem Sinne; zu seinen Unterzeichnern zählten Gaëlle Paty, eine Schwester des 2020 durch einen Dschihadisten enthaupteten Schullehrers, und Joëlle Alazard, die Präsidentin der französischen Vereinigung der Geschichts- und Erdkundelehrer sowie Gründerin des Prix Samuel Paty. Ende März führte eine Onlinepetition, die inzwischen mehr als 50. 000 Unterzeichner gefunden hat, vier Gründe für die Ehrung an: die Anerkennung des „stillen Muts“ all jener Lehrer, „die Tag für Tag ohne Schutz dafür sorgen, dass das Versprechen der Republik eingehalten wird“, die Bekräftigung der Unantastbarkeit der pädagogischen Freiheit, das Bekenntnis zur Laizität, endlich das Errichten einer Identifikationsfigur, die der Jugend etwas zu sagen habe.
Mohammed-Karikaturen zeigen heißt nicht, islamophob zu seinVon verschiedener Seite wurden Zweifel an dem Vorhaben formuliert. Von vornherein disqualifiziert sind jene marginalen Stimmen, die dem ermordeten Schullehrer Hass gegen Muslime unterschieben wollen, weil dieser seinen Schülern eine Auswahl der Mohammed-Karikaturen aus „Charlie Hebdo“ gezeigt hatte (was via eine Kabale in den sozialen Medien die Aufmerksamkeit seines künftigen Mörders auf ihn gezogen hatte). Es mag in Frankreich islamophobe Regungen von staatlicher Seite geben, auch vonseiten des Erziehungsministeriums.
Was Experten sagen
Aber das Vorführen der genannten Zeichnungen im Rahmen einer Unterrichtseinheit zur Laizität (und unter Vorsichtsmaßnahmen, um keinen Schüler zu schockieren) fällt klar nicht in diese Sparte. Kein Text hält Kriterien für Panthéonisierung festTriftiger ist der Einwand des Erziehungsministers Édouard Geffray, er für seinen Teil sei der Ansicht, das Panthéon sei eher jenen gewidmet, die willentlich durch ihr Engagement und ihr Schaffen die Geschichte der Nation geprägt hätten. Wohingegen Samuel Paty „leider unwillentlich einem abscheulichen Verbrechen zum Opfer gefallen“ sei.
In dieselbe Kerbe schlugen Stimmen aus dem rechten Lager, die wie der Publizist Pascal Bruckner von einer Verwechslung von unglücklich und verdienstvoll sprachen („confondre malheureux et valeureux“), oder wie die Journalistin und Herausgeberin des Magazins „Causeur“, Élisabeth Lévy, betonten, das Panthéon sei „nicht das Haus der Opfer“. Diese Diskussion ist deshalb möglich, weil kein Text die Kriterien für eine Panthéonisierung festhält.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





