
F.A.Z. Exklusiv: Wie die SPD an KI-Schrott mitverdient
F.A.Z. Exklusiv : Wie die SPD an KI-Schrott mitverdient Von Jochen Zenthöfer 08.05.2026, 07:59Lesezeit: 7 Min. Auf der Website von „Tredition“ geht es paradiesisch zu.TreditionEs dauert eine Stunde, um ein Sachbuch mit...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Exklusiv : Wie die SPD an KI-Schrott mitverdient Von Jochen Zenthöfer 08. 2026, 07:59Lesezeit: 7 Min. Auf der Website von „Tredition“ geht es paradiesisch zu.
TreditionEs dauert eine Stunde, um ein Sachbuch mit KI zu erstellen. Damit kann man reich werden. Das Angebot von „Tredition“ zeigt, wie das geht.
Die Einzelheiten
Pikant ist, zu wem der Verlag gehört: zum Unternehmensbereich einer Regierungspartei. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Es gibt Blogbeiträge, die unerwartet viral gehen. Stephan Wünsche hat das gerade erlebt.
Er ist an der Universitätsbibliothek Leipzig Referent im Bereich „Open Science“ und Fachreferent für Musik. Ende April veröffentlichte er auf dem Blog seiner Bibliothek den Beitrag „How to Sell Bullshit Online (Fast)“. Im Teaser heißt es: „Warnung vor dem Betrug mit KI-generierten pseudowissenschaftlichen Büchern am Beispiel ‚Tredition‘“.
Dabei handelt es sich um eine Self-Publishing-Plattform für Print-on-Demand-Publikationen in Ahrensburg bei Hamburg. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen bislang über 200. 000 Bücher von über 20.
Was Experten sagen
000 Autoren veröffentlicht. An der Gesellschaft ist mit 9,9 Prozent die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH (ddvg) beteiligt, der Unternehmensbereich der SPD. Die SPD verdient also mit beim Geschäftsmodell von „Tredition“.
Gedruckt wird fast alles, was geliefert wirdUnd dieses Geschäftsmodell geht so: Man reicht als Autor ein Manuskript ein, das im Fall einer Buchbestellung in der gewünschten Anzahl gedruckt und ausgeliefert wird. Kosten entstehen für den Autor nur bei sogenannten „Zusatzleistungen“ wie „Katalogeintrag im Verzeichnis lieferbarer Bücher, für bis zu drei Jahre“ (39,90 Euro), Cover-Design individuell (ab 399 Euro) oder ein Lektorat (0,04 Euro pro Wort). Gedruckt wird fast alles, was eingeliefert wird; auf der Website steht: „Wir drucken und veröffentlichen Inhalte, die sich im Rahmen der Rechtsordnung bewegen, auch wenn wir die Ansichten der Autoren teilweise nicht teilen.
“ Am Verkaufserlös wird der Autor beteiligt. Man kann über die Plattform seine eigenen Lebenserinnerungen publik machen, erste Schritte als Krimiautor gehen oder Schrott abliefern, in der Hoffnung, damit Geld zu verdienen. Mit „Schrott“ meinen wir hier Sachtexte, die von Künstlicher Intelligenz (KI) generiert sind und daher Fehler enthalten.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





