
Firmenchef will verkaufen: Orbáns Kampagnenmacher kapituliert
Firmenchef will verkaufen : Orbáns Kampagnenmacher kapituliert Von Christian-Zsolt Varga 09.05.2026, 14:17Lesezeit: 4 Min. Spielt den Reumütigen: Gyula BalásyKontroll/YoutubeGyula Balásys Firmen standen im Zentrum der...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Firmenchef will verkaufen : Orbáns Kampagnenmacher kapituliert Von Christian-Zsolt Varga 09. 2026, 14:17Lesezeit: 4 Min. Spielt den Reumütigen: Gyula BalásyKontroll/YoutubeGyula Balásys Firmen standen im Zentrum der staatlich finanzierten Propaganda in Ungarn.
Nach Orbáns Abwahl bietet der Unternehmer Teile seines Firmenreichs dem Staat an. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Seit Viktor Orbáns Abwahl mehren sich in Ungarn die symbolträchtigen medialen Momente, in denen der Zerfall seines Machtapparats sichtbar wird. Einen solchen bot Anfang der Woche Gyula Balásy, eine zentrale Figur der Orbán’schen Propagandamaschine.
Die Einzelheiten
Der Eigentümer der Lounge-Gruppe und von New Land Media trat in einem von ihm initiierten Interview des Onlineportals „Kontroll“ auf – mit einer notariellen Urkunde, bereitgelegten Taschentüchern und Tränen in den Augen. Balásy, in Ungarn bekannt für Ferraris, Lamborghinis und spektakuläre Luxusimmobilien in Budapest, am Balaton und in Florida, erklärte, er wolle mehrere seiner Firmen kostenlos dem ungarischen Staat überlassen. Den Wert der Unternehmensgruppe schätzte er auf etwa 80 Milliarden Forint, nach heutigem Wechselkurs rund 225 Millionen Euro.
Zudem sprach er von laufenden Verträgen über rund 281 Millionen Euro und offenen Forderungen von rund 42 Millionen Euro. Balásy bot dem Staat auch seine Anteile an drei privaten Kapitalfonds im Wert von mehreren zehn Milliarden Forint an, was mindestens einem hohen zweistelligen Millionenbetrag in Euro entspricht. Auch der Ort seines Auftritts hatte politische Brisanz: „Kontroll“ wurde von Márton Magyar gegründet, dem Bruder von Péter Magyar, der an diesem Samstag als Ministerpräsident vereidigt wird.
Ausgerechnet in einem Medium aus dem Umfeld des künftigen Regierungschefs bot damit ein Unternehmer sein Firmenimperium an, der unter Fidesz mit staatlichen Aufträgen in die Liste der dreißig reichsten Ungarn aufgestiegen war. Seine Unternehmen hätten nichts Rechtswidriges getanBalásy betonte, seine Unternehmen hätten nichts Rechtswidriges getan. Ihre Arbeit sei jedoch über „gewöhnliche Marktkommunikation hinausgegangen“ und gehöre deshalb besser in den Staatshaushalt.
Was Experten sagen
Zugleich räumte er ein, dass die Behörden die Konten seiner Firmen eingefroren hätten; deshalb könne er die Löhne seiner fast 500 Beschäftigten nicht zahlen. Unter Tränen sagte er, er wolle Ungarn nicht verlassen. Einen Tag später gab die Polizei bekannt, sie ermittle wegen Untreue und Geldwäsche gegen unbekannte Täter.
Geprüft würden auch Geschäfte der Unternehmensgruppe, über die Balásy selbst gesprochen hatte; Geldbeträge seien beschlagnahmt und Konten gesperrt worden. Unabhängig davon führt die Nationale Ermittlungsbehörde ein weiteres Verfahren wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit mutmaßlich überteuerten Verträgen. Nach Recherchen von hvg.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





