
Friedrich Merz im ZDF: Liebt der Kanzler sein Land?
Friedrich Merz im ZDF : Liebt der Kanzler sein Land? Ein Kommentar von Simon Strauß 06.05.2026, 18:59Lesezeit: 3 Min. Was ist (noch) los mit der Koalition: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Interview mit der...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Friedrich Merz im ZDF : Liebt der Kanzler sein Land? Ein Kommentar von Simon Strauß 06. 2026, 18:59Lesezeit: 3 Min.
Was ist (noch) los mit der Koalition: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Interview mit der ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten in der Sendung „Was nun, Herr Merz? “Thomas KierokFriedrich Merz zeigt im ZDF-Interview nur da Gefühle, wo es um Kritik an Parteifreunden geht. Sobald es um sein Deutschland-Bild geht, übt er sich in maritimem Funktionspatriotismus.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Der Kanzler kämpft ein Jahr nach seinem Amtsantritt um sein politisches Ansehen. Die Umfragen sind für beide Regierungsparteien gleichermaßen katastrophal, die persönlichen Beliebtheitswerte von Merz sogar schlechter als die seines Vorgängers. Bei all dem geht es nicht nur um die Eitelkeit eines von sich selbst bekanntermaßen ziemlich überzeugten Mannes, es geht jetzt wahrscheinlich wirklich um die Frage, ob die Deutschen der Politik als Ganzem noch Verbesserungen ihres Lebens zutrauen.
Konkreter gefasst: Ob sie das den Parteien des traditionellen Spektrums zutrauen oder ihr Wählerglück nun immer nonchalanter beim blauen Außenseiter suchen. Was also tun, Herr Merz? Das fragte eine gut zwanzigminütige Interviewsendung, die kurzfristig angesetzt das Vorabendprogramm des ZDF durcheinanderbrachte und deshalb Aufmerksamkeit auf sich zog.
Würde der Kanzler eine Kabinettumbildung verkünden? Noch schärfer als zuvor mit dem schwachen, aber offenbar durchsetzungsstärkeren Koalitionspartner ins Gericht gehen? Gar sein eigenes politisches Schicksal in die Waagschale werfen?
Was Experten sagen
Bei der Kollegen-Schelte leuchten seine AugenWer sich die zwanzig Minuten ansah, der sah im Grunde das Gegenteil all dessen. Der sah einen Kanzler, der sich im autogenen Training übte, also mit leiser Stimme die wenigen Erfolge seiner Regierung aufzählte, um sich selbst zu beruhigen. Der hin und wieder auch über die berechtigte Ungeduld in der Wirtschaft sprach und einmal auch kurz verschmitzt die Augen schloss, als er die „harsche Kritik“ an jenem CDU-Kollegen offenbare, der es gewagt hatte, ein vorzeitiges Ende der Koalition in Aussicht zu stellen.
Ist das Aufbruchstimmung? Friedrich Merz im Gespräch mit Anne Gellinek und Bettina Schausten. Thomas KierokDie Genugtuung, die in diesem Moment aus Merz‘ Mimik sprach, war im Grunde der einzige ernsthafte emotionale Ausdruck, den die Zuschauer an diesem Abend von ihrem Kanzler zu sehen bekamen.
Wo es um die Disziplinierung der eigenen Leute geht, da flackern die Augen noch. Andernorts hingegen, da wo es zum Beispiel ums Land, um die nationale Identität geht: gähnende autogene Leere. An einer besonders markanten Stelle sagte Merz fast zynisch: „Wir sind eben kein Schnellboot“.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





