
G-7-Treffen: Reiche verschärft ihren Chinakurs
G-7-Treffen : Reiche verschärft ihren Chinakurs Von Gustav Theile, Shanghai , Niklas Záboji, Paris 06.05.2026, 19:35Lesezeit: 2 Min. Wirtschaftsministerin Reiche (CDU) mit ihrem französischen Amtskollegen Nicolas...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. G-7-Treffen : Reiche verschärft ihren Chinakurs Von Gustav Theile, Shanghai , Niklas Záboji, Paris 06. 2026, 19:35Lesezeit: 2 Min. Wirtschaftsministerin Reiche (CDU) mit ihrem französischen Amtskollegen Nicolas Forissier am Mittwoch in ParisEPAWirtschaftsministerin Reiche reist Ende Mai nach Peking.
Jetzt äußert sie sich in Paris bemerkenswert chinakritisch. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat im Vorfeld des G-7-Handelsministertreffens in Paris „unfaire Wettbewerbspraktiken“ angeprangert. Sie setzte damit einen ersten Ton für ihre anstehende Chinareise Ende Mai.
Die Einzelheiten
„Es gibt Staaten, die sich nicht an Regeln halten“, sagte die CDU-Politikerin. Dabei brauche man fairen Wettbewerb und faire Produktionsbedingungen, um nach gleichen Spielregeln Handel treiben zu können. „Wenn Staaten bewusst Überproduktion subventionieren und mit unfairen Produkten Weltmärkte schwemmen, dann schadet das unserer Industrie und unserer Wettbewerbsfähigkeit“, so Reiche weiter.
Reiche verschärft ihren Ton zu ChinaDie Wirtschaftsministerin nannte China zwar nicht beim Namen. Doch es war offensichtlich, dass ihre Kritik dem Reich der Mitte galt. Nach Darstellung der Ministerin sei man sich innerhalb der G 7 einig, gegen unfaire Wettbewerbspraktiken „geschlossen vorzugehen“.
In Frankreich und anderswo in Europa sind solche chinakritischen politischen Äußerungen nichts Außergewöhnliches. Reiche hatte sich bisher aber kaum und eher zurückhaltend zum Reich der Mitte geäußert. Mit der Stellungnahme in Paris verschärft sie nun ihre Position.
Was Experten sagen
Die Wirtschaftsministerin wird Ende Mai zu ihrem Antrittsbesuch in der Volksrepublik erwartet. Temu, Shein und Aliexpress fluten Europa mit PaketenWichtige deutsche Industrien wie der Automobil- und Maschinenbau und die Chemiebranche stehen in einem intensiven Wettbewerb mit chinesischen Unternehmen. Die deutsche Exportwirtschaft habe seit 2019 tendenziell dort mehr Marktanteile verloren, wo China welche aufbaute, schrieb die Bundesbank im Sommer vergangenen Jahres.
Reiche verschärfte in Paris auch ihre Position zum Thema Onlinehandel, den in Europa neben dem US-Konzern Amazon chinesische Plattformen wie Temu, Shein und Aliexpress dominieren. „Was einst als gute Sache für Verbraucherinnen und Verbraucher begann, entwickelt sich zu einer realen Gefahr“, mahnte sie. Es gebe eine „schiere Flut“, gar einen „Tsunami an Paketen“, der täglich in die Europäische Union eingeführt werde.
Zoll überfordertIm vergangenen Jahr kamen 5,8 Milliarden Pakete mit einem Wert von weniger als 150 Euro in die EU, viermal so viele wie im Jahr 2022. Neun von zehn Paketen stammten aus China. Alleine nach Deutschland haben Temu und Shein laut dem Handelsverband Deutschland 2025 täglich 460.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





