
Gabriel Felbermayr: „Die EU macht sich zu einem Komplizen“
Gabriel Felbermayr : „Die EU macht sich zu einem Komplizen“ Von Patrick Welter 04.05.2026, 16:39 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Gabriel Felbermayr Philipp Horak Donald Trump droht Brüssel mit einem höheren...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Gabriel Felbermayr : „Die EU macht sich zu einem Komplizen“ Von Patrick Welter 04. 2026, 16:39 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Gabriel Felbermayr Philipp Horak Donald Trump droht Brüssel mit einem höheren Autozoll.
Der Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr kritisiert beide – und gibt einen Rat. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Herr Felbermayr, der amerikanische Präsident Donald Trump droht der Europäischen Union mit einem Autoimportzoll von 25 Prozent, weil die EU das im vergangenen Sommer im schottischen Turnberry vereinbarte Handelsabkommen noch nicht in die Tat umgesetzt hat. Lässt Trump die Muskeln spielen, oder ist das ernst gemeint?
Die Einzelheiten
Felbermayr: Ich würde sagen, noch ist es eine Drohung. Am Mittwoch gibt es ja den Trilog zwischen Parlament, Rat und Kommission in Brüssel. Da wollte Trump wahrscheinlich Druck machen, dass tatsächlich jetzt die Turnberry-Zugeständnisse umgesetzt werden.
Es ist ja in Sachen Zollreduktion noch nichts passiert aufseiten der EU. Die USA haben dagegen geliefert und ihren effektiven Autozoll im Durchschnitt von etwas über 25 auf etwas über 15 Prozent per Februar 2026 abgesenkt. Es sind nicht exakt 15 Prozent, weil ja Stahl- und Aluminiumteile mit 50 Prozent verzollt sind.
Im März, nach dem Urteil des Supreme Courts der USA, sollten es sogar nur zehn Prozent gewesen sein. Warum dauert es so lange in der EU? Ist das nur der normale demokratische Prozess, oder verzögert die EU aus politischen Gründen?
Was Experten sagen
Juli 2025: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Donald Trump einigen sich im schottischen Turnberry. Die Kommissionspräsidentin kann nicht einfach Zölle verordnen. Sie hat in Turnberry etwas versprochen, was sie allein nicht liefern kann.
Das umzusetzen, dauert in der EU Zeit, und das ist auch gut so. In den Beratungen des Parlaments kommt dazu, dass die Natur des Turnberry-Plans sehr asymmetrisch ist, dass eigentlich Trump den Europäern etwas diktiert hatte. Die Vereinbarung widerspricht den Zusagen im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) und widerspricht so völkerrechtlichen Verpflichtungen der EU.
Das sind alles Dinge, die die EU und das Parlament nicht gerne sehen. Dazu kommt, dass die USA nach der Vereinbarung ja auch nicht zimperlich waren; sie haben die Stahl- und Aluminiumzölle auf weitere Produkte ausgeweitet, es gab diese Grönland-Geschichte. All das lässt Zweifel aufkommen, dass die USA ihren Teil der Vereinbarung auch sicher und umfassend einhalten.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





