
Gen-Daten ausgewertet: Warum die Völkerwanderung ein Mythos ist
Gen-Daten ausgewertet : Warum die Völkerwanderung ein Mythos ist Von Sascha Zoske 09.05.2026, 10:16Lesezeit: 4 Min. Der große Germanen-Treck: So stellte sich ein Künstler im 19. Jahrhundert die Völkerwanderung vor. Die...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Gen-Daten ausgewertet : Warum die Völkerwanderung ein Mythos ist Von Sascha Zoske 09. 2026, 10:16Lesezeit: 4 Min. Der große Germanen-Treck: So stellte sich ein Künstler im 19.
Jahrhundert die Völkerwanderung vor. Die Wirklichkeit sah wohl anders aus. akg-imagesWas geschah im Grenzland nach dem Kollaps des Römischen Reichs?
Die Einzelheiten
Mainzer Forscher haben Erbmaterial aus Gräbern analysiert. Ihre Ergebnisse räumen mit alten Irrtümern auf. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Der schwarzäugige römische Feldhauptmann, der einer blonden Germanentochter Latein beibringt.
Der jüdische Gewürzhändler, der zum Christentum konvertiert. Der griechische Arzt, der keltische Legionär, dann der schwedische Reiter, der französische Schauspieler, der böhmische Musikant: „Das hat alles am Rhein gelebt, gerauft, gesoffen und gesungen und Kinder gezeugt“, ist durch die „große Völkermühle“, die „Kelter Europas“ gegangen. So erklärt Luftwaffengeneral Harras dem Fliegerleutnant, der sich Sorgen um seinen „Ariernachweis“ macht, die genealogischen Realitäten im Rheinland.
Und so führt Carl Zuckmayer in seinem Drama „Des Teufels General“ den Rassenwahn der Nazis in wenigen Sätzen ad absurdum. Joachim Burger hat das Stück in der Schule gelesen. Mit seinem Wissen als Anthropologe und Populationsgenetiker gibt er Zuckmayer in weiten Teilen recht.
Was Experten sagen
Aber eben nicht in allem. Zusammen mit Kollegen der Universitäten in Tübingen, dem badischen und dem schweizerischen Freiburg sowie weiteren Forschungseinrichtungen hat der Professor der Gutenberg-Universität Skelette aus dem früheren römischen Grenzraum in Süddeutschland untersucht. Die Ergebnisse bestätigen vieles, was Wissenschaftler in jüngerer Zeit über die Epoche der „Völkerwanderung“ nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reichs herausgefunden haben.
Allerdings förderten die DNA-Analysen auch Überraschendes zutage. Die Forscher entnahmen Proben aus den Knochen von Leichen, die zwischen 400 und 700 nach Christus auf Reihengräberfeldern im heutigen Bayern und Hessen beerdigt worden waren. Solche Friedhöfe sind in spätrömischer und frühmittelalterlicher Zeit an vielen Orten in Westeuropa angelegt worden; meist hätten Lokalhistoriker sie schon gründlich erforscht, sagt Burger.
Schon in spätrömischer Zeit Zuwanderung aus NordeuropaNeu seien die umfassenden DNA-Sequenzierungen und -vergleiche, die sein Team vorgenommen habe. Um Verwandtschaftsgrade zwischen den beigesetzten Menschen zu ermitteln, betrachteten die Genetiker DNA-Abschnitte, die keine Baupläne für Proteine enthalten. Mit solchen Sequenzen werden keine Körpermerkmale vererbt, dafür lassen sich mit ihrer Hilfe Abstammungslinien nachverfolgen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





