
Gesundheitsreform: Die Lösungen sind nicht von Dauer
Gesundheitsreform : Die Lösungen sind nicht von Dauer Ein Kommentar von Lucia Schmidt 02.05.2026, 18:08 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Gesundheitsministerin Nina Warken und Bundeskanzler Friedrich Merz bei...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Gesundheitsreform : Die Lösungen sind nicht von Dauer Ein Kommentar von Lucia Schmidt 02. 2026, 18:08 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Gesundheitsministerin Nina Warken und Bundeskanzler Friedrich Merz bei einer Pressekonferenz am 29.
EPA Immerhin geht die Regierung bei Zucker, Tabak und Alkohol das Thema Prävention an. An die entscheidenden Fragen aber hat sich Ministerin Warken nicht herangetraut. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Lange sah es so aus, als werde das „Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung“ von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken weit hinter den Erwartungen zurückbleiben.
Die Einzelheiten
So, wie der Entwurf bis Dienstag ins Kabinett gehen sollte, war klar: Eine nachhaltige Wende im Gesundheitssystem ist damit nicht zu erreichen. Geliefert wurden kurzfristige Lösungen, mit denen sich – sofern die Berechnungen der Fachleute zutreffen – für wenige Jahre stabilere Beiträge erzielen lassen. An die entscheidenden Fragen aber hatte sich die Koalition nicht herangewagt – an vielen Stellen ist das auch so geblieben.
--> Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. jetzt lesen Immerhin haben Warken und ihre Regierungskollegen aber kurz vor knapp die Debatte über eine Zuckerabgabe nicht ins Leere laufen lassen; auch über höhere Tabak- und Alkoholsteuern wird ernsthaft diskutiert. Bei dieser Reform die Prävention abermals auszublenden, wäre ein schwerer Fehler gewesen.
Für alle drei Konsumgüter sind die schädlichen Folgen wissenschaftlich belegt. Erfahrungen aus dem Ausland zeigen: Steigen die Abgaben, sinkt der Verbrauch. Wie dringend dieses Versäumnis zu korrigieren ist, zeigt sich am Beispiel der Adipositas.
Was Experten sagen
Zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen in Deutschland sind übergewichtig, ebenso jedes sechste Kind. Nach Berechnungen der Universität Hamburg belaufen sich die gesamtgesellschaftlichen Kosten auf rund 63 Milliarden Euro pro Jahr; 29 Milliarden davon entfallen auf Behandlung und Medikamente. Auch soziale Medien sind ungesund - und teuer Die sogenannte Abnehmspritze dürfte diese Summe weiter in die Höhe treiben.
Nicht ohne Grund hat die Leopoldina die Bundesregierung schon im Januar zu einer umfassenden Adipositas-Strategie aufgefordert. Geschehen ist seither wenig – nun gibt es immerhin die Aussicht auf eine Zuckerabgabe. Auch Rauchen und Trinken kommen Deutschland teuer zu stehen.
Allein die Behandlung tabakbedingter Krankheiten schlug 2018 mit rund 30,3 Milliarden Euro zu Buche; der wachsende E-Zigaretten-Konsum dürfte die Kosten weiter steigen lassen. Alkohol verursacht zusätzlich 16,6 Milliarden Euro an direkten Kosten pro Jahr. Greifen die Steuern, sind spürbare Einsparungen und Einnahmen, die wie bei der Zuckerabgabe direkt dem Gesundheitssystem zugutekommen können, möglich.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





