
Google-Mitarbeiter: „Aus ‚Don‘t be evil‘ ist ein Schulterzucken geworden“
Google-Mitarbeiter : „Aus ‚Don‘t be evil‘ ist ein Schulterzucken geworden“ Von Roland Lindner, New York 14.05.2026, 13:05Lesezeit: 9 Min. Sorgen vor der Zukunft: Was passiert mit all den KI-Daten?AFPGoogle hat sich in...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Google-Mitarbeiter : „Aus ‚Don‘t be evil‘ ist ein Schulterzucken geworden“ Von Roland Lindner, New York 14. 2026, 13:05Lesezeit: 9 Min. Sorgen vor der Zukunft: Was passiert mit all den KI-Daten?
AFPGoogle hat sich in einem KI-Abkommen mit dem Pentagon auf Bedingungen eingelassen, die Anthropic abgelehnt hat. Ein Gespräch mit einem Mitarbeiter, der sich für sein Unternehmen schämt. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Wofür darf die Regierung Künstliche Intelligenz einsetzen?
Die Einzelheiten
Das ist in jüngster Zeit in den USA zu einer brisanten Frage geworden. Der KI-Spezialist Anthropic hat sich mit der Regierung einen öffentlichkeitswirksamen Streit geliefert. Er bestand darauf, dass sein KI-Modell Claude nicht zur Massenüberwachung von Amerikanern oder zur Entwicklung vollständig autonomer Waffensysteme genutzt werden darf.
Die Regierung beharrte aber auf eine Freigabe für „alle rechtmäßigen Zwecke“. Sie setzte das Unternehmen auf eine schwarze Liste und erklärte es zum Risiko für die nationale Sicherheit. Anthropic hat die Regierung daraufhin verklagt.
Inmitten dieses Streits hat das Verteidigungsministerium Vereinbarungen mit anderen Unternehmen wie Open AI und Google geschlossen, die ihm erlauben, deren KI-Modelle für geheimhaltungsbedürftige Zwecke einzusetzen. Im Fall von Google hat dies für erhebliche Unruhe in der Belegschaft gesorgt. Mehrere Hundert Google-Mitarbeiter schrieben einen offenen Brief an den Vorstandschef Sundar Pichai und appellierten an ihn, sich nicht auf ein solches Abkommen mit dem Pentagon einzulassen.
Was Experten sagen
Einer von ihnen war Andreas Kirsch, ein 38 Jahre alter Deutscher, der für Googles KI-Labor Google Deepmind in London arbeitet. Er ist dort als Senior Research Scientist mit Forschung am KI-Modell Gemini beschäftigt. Ist Google „kurzsichtig und gierig“?
Kirsch wurde in Rumänien geboren und kam im Alter von vier Jahren nach Deutschland, wo er dann in der Nähe von Nürnberg lebte. Nach einem Studium der Informatik und Mathematik an der Technischen Universität in München ging er zu Google, zunächst als Softwareentwickler. Er blieb dort rund vier Jahre, machte dann seinen Doktortitel, und 2024 kehrte er zu Google zurück.
Nachdem die Vereinbarung zwischen Google und dem Pentagon bekannt wurde, äußerte Kirsch öffentlich Kritik auf der Plattform X. Er schrieb, er sei „sprachlos“ und schäme sich, für das Unternehmen zu arbeiten. Das Abkommen lasse Google „kurzsichtig und gierig“ erscheinen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





