
Gordon Schnieder: Der Anti-Klöckner
Gordon Schnieder : Der Anti-Klöckner Von Timo Steppat, Mainz 18.05.2026, 10:27Lesezeit: 3 Min. Gordon Schnieder bei der Vorstellung des Koalitionsvertrags in MainzdpaGordon Schnieder ist weder ein begnadeter Redner noch...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Gordon Schnieder : Der Anti-Klöckner Von Timo Steppat, Mainz 18. 2026, 10:27Lesezeit: 3 Min. Gordon Schnieder bei der Vorstellung des Koalitionsvertrags in MainzdpaGordon Schnieder ist weder ein begnadeter Redner noch ein brutaler Angreifer.
Die SPD unterschätzte den CDU-Politiker lange – und will ihn jetzt zum Ministerpräsidenten wählen. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Als der CDU-Politiker Gordon Schnieder Oppositionsführer in Rheinland-Pfalz wurde, gut drei Jahre ist das her, belächelte ihn die SPD eher. Der freundliche Mann aus der Eifel ist weder ein begnadeter Redner noch ein brutaler Angreifer.
Die Einzelheiten
Beide Eigenschaften brachte Julia Klöckner mit. In vielen Landtagsdebatten grillte die damalige CDU-Landesvorsitzende die SPD-geführte Regierung und war einem Wahlsieg zumindest einmal sehr nahe. Wenn sie also schon unterlag, wie sollte es Schnieder gelingen?
Er machte kontinuierliche Oppositionsarbeit: kritisierte die kriselnde Bildungspolitik und die verheerenden Kommunalfinanzen; er zeichnete das Bild eines Landes, das unter seinen Möglichkeiten blieb. Im Wahlkampf kam Schnieder eine Beamten-Affäre zupass, die er zum Anlass nahm, der seit 35 Jahren regierenden SPD vorzuwerfen, sie nehme „den Staat als Beute“. Trotz eines relativ beliebten Amtsinhabers gewann die CDU – aus Sicht der Wähler war es wohl mal Zeit für einen Wechsel.
Der schlechte Bundestrend der SPD tat sein Übriges. Er will geräuschlos regierenDas allein ist ungewöhnlich. Wahlsiege aus der Opposition heraus sind in den Ländern selten.
Was Experten sagen
Auch in der Bundes-CDU hatte man das Schnieder nicht zugetraut. Nach der knappen Niederlage in Baden-Württemberg zwei Wochen zuvor war der Wahlsieg in Rheinland-Pfalz ein wichtiges Signal für die Partei. Schnieder aber nutzte das nicht für politische Kraftmeierei.
Seine Ambitionen sind auf Mainz beschränkt. Und so dürfte man den künftigen Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, der an diesem Montag mit den Stimmen von SPD und CDU zum Ministerpräsidenten gewählt werden soll, eher selten in Talkshows sehen. Der ehemalige Finanzbeamte scheut das politische Risiko, ist meist gut vorbereitet und gilt auch beim Koalitionspartner als absolut zuverlässig.
Die schwarz-rote Bundesregierung kritisiert er für ihr anhaltendes Gezanke – und wünscht sich für seine eigene Koalition geräuschloses, kompromissorientiertes Regieren. So will er auch der AfD beikommen, die bei der Landtagswahl fast 20 Prozent der Stimmen holte. Keine RegierungserfahrungDer 50 Jahre alte Schnieder profiliert sich nicht durch rhetorische Geländegewinne.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





