
Große Verteidigungslücken: Sicherheitsrisiko Schweiz
Große Verteidigungslücken : Sicherheitsrisiko Schweiz Von Johannes Ritter, Zürich 03.05.2026, 17:53 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Beschaffungsproblem: Die von der Regierung in Bern bestellten...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Große Verteidigungslücken : Sicherheitsrisiko Schweiz Von Johannes Ritter, Zürich 03. 2026, 17:53 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Beschaffungsproblem: Die von der Regierung in Bern bestellten Kampfflugzeuge vom Typ F-35A werden deutlich teurer als geplant.
dpa Die Schweiz möchte nicht als Trittbrettfahrer der NATO wahrgenommen werden. Die Verteidigungslücken lassen sich jedoch nur schwer schließen. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Wenn von den Verteidigungslücken der Schweiz die Rede ist, findet regelmäßig der „Stern von Laufenburg“ Erwähnung.
Die Einzelheiten
Dabei handelt es sich um ein Umspannwerk im Kanton Aargau, in dem 1958 die Stromnetze Deutschlands, Frankreichs und der Schweiz zusammengeschaltet wurden. Dieser Knotenpunkt spielt heute eine Schlüsselrolle für die Stromversorgung in Europa. Deshalb war die Aufregung groß, als im vergangenen Herbst eine Drohne über der Anlage gesichtet wurde.
Über deren Herkunft ist bis heute nichts bekannt. Aber der Vorfall führte vor Augen, wie verwundbar die Schweiz ist. Gegen Drohnenangriffe hat das Land bisher keinerlei Mittel in der Hand.
Auch die Raketenabwehr spottet jeder Beschreibung. Man habe die schultergestützte Fliegerabwehrlenkwaffe Stinger und Fliegerabwehrkanonen aus den sechziger Jahren, bekannte der Verteidigungsminister Martin Pfister. So stellte der neue Armeechef Benedikt Roos jüngst unumwunden fest: Gegen Bedrohungen aus der Luft habe die Schweiz „mehr oder weniger nichts“.
Was Experten sagen
Die Schweiz als „schwächstes Glied in der Kette“ In ihrem im März veröffentlichten Bundesbeschluss zu Rüstungsausgaben warnt die Regierung, dass die Schweiz „als schwächstes Glied in der Kette“ ein lohnendes Ziel sein könnte, um die umliegenden NATO-Staaten zu schwächen. „Angriffe auf Schlüsselinfrastrukturen von europäischer Bedeutung, etwa im Bereich der Energie, der digitalen Daten und der Verkehrsträger, könnten über Kaskadeneffekte rasch auf umliegende Länder übergreifen, was die Schweiz in der Verteidigungsarchitektur Europas als Sicherheitsrisiko erscheinen lässt. “ Zugleich warnt Bern vor wachsendem politischen und wirtschaftlichen Druck aus dem Ausland, sobald man dort die Schweiz als einen sicherheitspolitischen Trittbrettfahrer wahrnehme.
Diese Wahrnehmung herrscht freilich schon längst vor. Denn unter dem faktischen Schutzschirm der sie umgebenden NATO-Länder hat die Schweiz die Friedensdividende aus den Jahrzehnten vor Beginn des Ukrainekriegs besonders gründlich verfrühstückt. Der Verteidigungsminister der Schweiz, Martin Pfister, während einer Pressekonferenz am 26.
März 2026 in Warschau EPA Seit 1990 hat man die jährlichen Militärausgaben auf 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nahezu halbiert. Dieser Anteil soll nun bis 2032 auf ein Prozent steigen. Einschließlich der Ausgaben, welche die von Verteidigungsminister Pfister zugunsten des Militärbudgets in Spiel gebrachte Mehrwertsteuererhöhung von 0,8 Prozentpunkten ermöglichen würde, könnte es auch etwas mehr werden.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





