
Hilfe für Industrie: Die EU-Kommission schwächt den Emissionshandel ab
Hilfe für Industrie : Die EU-Kommission schwächt den Emissionshandel ab Von Hendrik Kafsack, Brüssel 11.05.2026, 16:50Lesezeit: 3 Min. Fordert geringere Klimaauflagen: die Chemiebranche steht unter Druck.dpaMehr...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Hilfe für Industrie : Die EU-Kommission schwächt den Emissionshandel ab Von Hendrik Kafsack, Brüssel 11. 2026, 16:50Lesezeit: 3 Min. Fordert geringere Klimaauflagen: die Chemiebranche steht unter Druck.
dpaMehr kostenlose Emissionsrechte – die Europäische Kommission entlastet die Industrie um Milliarden. Die Chemiebranche aber bleibt unzufrieden. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die Europäische Kommission reagiert auf die Forderungen der Industrie und schwächt ihr zentrales Klimainstrument ab.
Die Einzelheiten
Die Behörde will in den Jahren 2026 bis 2030 spürbar mehr CO₂-Emissionsrechte kostenlos an die Industrie ausgeben als ursprünglich geplant. Das hat sie am Montag vorgeschlagen. Die Unternehmen erhalten so weiter im Durchschnitt drei Viertel der Rechte im europäischen Emissionshandel umsonst.
Bisher sind es 85 Prozent. Der Emissionshandel schreibt vor, dass Unternehmen für den CO₂-Ausstoß Zertifikate erwerben müssen. Diese werden stetig knapper, also teurer.
Um die Industrie im Wettbewerb auf der Welt nicht zu stark zu belasten, erhält diese aber einen großen Teil der Zertifikate umsonst. Voraussetzung dafür ist, dass die Unternehmen bestimmte CO₂-Effizienzstandards („Benchmarks“) für ihre Produkte erfüllen. Die besten zehn Prozent erhalten dabei alle Zertifikate umsonst.
Was Experten sagen
Vier Milliarden Euro EinsparungenDie EU-Klimagesetze schreiben allerdings vor, dass die Standards in diesem Jahr verschärft werden. Das soll sicherstellen, dass die Unternehmen mehr investieren, um ihren CO₂-Ausstoß zu verringern. Die Industrie läuft dagegen seit Monaten Sturm.
Allen voran die deutsche Chemiebranche hatte gefordert, die bestehenden Benchmarks nicht weiter zu verschärfen. Sie hatte gewarnt, dass die Unternehmen mit weniger kostenlosen Emissionsrechten im internationalen Wettbewerb nicht mehr mithalten könnten. Das war nach Einschätzung der Kommission rechtlich indes nicht möglich.
Auch der Spielraum für eine geringe Verschärfung der Benchmarks sei auf Basis der EU-Klimagesetze gering, hieß es dort. Andererseits hatte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen der Industrie weitgehendes Entgegenkommen zugesagt. Die Vorlage des zuletzt für „kurz nach Ostern“ angekündigten Vorschlags hat sich deshalb immer wieder verzögert.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





