
Historische Änderungen: Japans neues Auftreten
Historische Änderungen : Japans neues Auftreten Ein Kommentar von Tim Kanning 03.05.2026, 22:15 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Alles neu? Japans Ministerpräsidentin Takaichi, hier in Australien EPA...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Historische Änderungen : Japans neues Auftreten Ein Kommentar von Tim Kanning 03. 2026, 22:15 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Alles neu?
Japans Ministerpräsidentin Takaichi, hier in Australien EPA Ministerpräsidentin Takaichi will Stärke zeigen gegen China, aber auch vor den USA. Dabei soll auch Europa helfen. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Das Zitat der japanischen Ministerpräsidentin kam so überraschend, dass es manchen Zeitungen eine eigene Schlagzeile wert war: Sie brauche doch etwas mehr Schlaf, habe Sanae Takaichi einem alten Parteifreund anvertraut.
Die Einzelheiten
Und das, nachdem sie vor einem halben Jahr ihr Amt angetreten hatte mit dem Ausruf, sie wolle „arbeiten, arbeiten, arbeiten“, um Japan wieder zurück auf die Weltbühne zu bringen, und schon mal kurzfristige Meetings um drei Uhr früh einberief. Geschont hat sich die erste Frau an der Regierungsspitze in Tokio bislang nicht. Allein in der vergangenen Woche hat ihre Regierung zwei Änderungen auf den Weg gebracht, die das Prädikat „historisch“ verdienen.
Die seit dem Zweiten Weltkrieg geltenden Beschränkungen für den Export „tödlicher Waffen“ hat sie weitgehend aufgehoben und fast gleichzeitig die Gründung eines Geheimdienstes beschlossen, der das Land widerstandsfähiger gegen Bedrohungen von außen und innen und dabei unabhängig von den Informationen ausländischer Dienste machen soll. Nicht mehr pazifistisch Beide Schritte stehen für ein neues Japan, das sich nach der Niederlage im Zweiten Weltkrieg dem Pazifismus verschrieben hatte. Das Land sieht sich durch die Aufrüstung seiner Nachbarn China, Russland und Nordkorea zunehmend bedroht und will sich zugleich nicht mehr blind auf die seit Jahrzehnten bestehenden Sicherheitsgarantien der Vereinigten Staaten verlassen.
Die nationalkonservative Takaichi und Donald Trump präsentieren sich zwar gerne als enge Freunde, die sich seit ihrem Amtsantritt im Oktober schon gegenseitig in Tokio und Washington besucht haben. Doch der Präsident verlangt von den Japanern wie von den Europäern mehr eigenen Einsatz für ihre militärische Sicherheit und hat die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt auch in seinen Zolltiraden keineswegs verschont. Mit dem Überraschungsüberfall auf Iran hat er das Land zudem fast vollständig von seinen Energielieferanten am Golf abgeschnitten – und garnierte das noch mit einem heiklen Vergleich zu dem Überfall Japans auf Pearl Harbor.
Die Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten bleibt zwar für Tokio essenziell. Doch auf Trumps Aufforderungen, Japan solle sich mit Kriegsschiffen in der Straße von Hormus engagieren, schloss sich Takaichi einer Erklärung der Europäer an, wonach eine solche Mission erst nach einer Waffenruhe und bei klarer rechtlicher Grundlage möglich sei.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





