
Illustratorin Anke Kuhl: So zeichnet eine selbsternannte Zotteltante
Illustratorin Anke Kuhl : So zeichnet eine selbsternannte Zotteltante Von Andreas Platthaus 18.05.2026, 12:08Lesezeit: 4 Min. Bildsequenz aus dem von Anke Kuhl 2025 illustrierten Buch „Anna und die Wut“ von Christine...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Illustratorin Anke Kuhl : So zeichnet eine selbsternannte Zotteltante Von Andreas Platthaus 18. 2026, 12:08Lesezeit: 4 Min. Bildsequenz aus dem von Anke Kuhl 2025 illustrierten Buch „Anna und die Wut“ von Christine NöstlingerAnke KuhlIllustration für Kinder, das bedeutet Aufklärung.
Und zwar nicht nur in sexueller Hinsicht: Das Bilderbuchmuseum Burg Wissem in Troisdorf zeigt eine Retrospektive von Anke Kuhl. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Zu den erfolgreichsten von Anke Kuhl illustrierten Bilderbüchern gehören die beiden Bände „Klär mich auf“ und „Klär mich weiter auf“, jeweils mit – so verrät der Untertitel – „echten Kinderfragen zu einem aufregenden Thema“, erschienen 2014 und 2018. Dafür hatte Katharina von der Gathen Hunderte in Gesprächen mit Kindern geäußerte Fragen über Sexualität zusammengetragen, die aber von den Büchern gar nicht beantwortet werden.
Die Einzelheiten
Und das müssen sie auch nicht, denn Kuhl, die zusammen mit Von der Gathen seither ein grandioses Autorinnengespann bildet (auch bei Büchern über den Tod oder das Liebesleben der Tiere), zeichnete Bilder dazu, die nicht nur auf vielleicht eher skurril anmutende Fragen wie „Wie merkt man, dass ein Tampon voll ist? “ oder „Wie lang können Achselhaare werden? “ im besten Sinne pittoresk reagieren, sondern auch heiklen Wissensdurst à la „Was ist Vergewaltigung?
“ taktvoll und vor allem kontradestruktiv darstellen – im genannten Fall etwa durch die Darstellung eines sabbernden Monsters, das eine kleine Frau in seiner Klaue hält, die dem Ungeheuer aber mit vorgestreckter Faust ein typographisch ausdrucksstarkes „Nein! “ entgegenschleudert. Anke Kuhls ganzes illustratives Werk steht für Ermutigung, auch wenn die 1970 in Frankfurt am Main geborene Künstlerin um sich her immer mehr Entmutigendes feststellen muss.
So etwa, dass sich in den vier Jahren, die zwischen den beiden Aufklärungsbilderbüchern lagen, die Drastik der kindlichen Fragen deutlich verschärft hatte – für sie ein klarer Beleg des zunehmend leichteren Zugangs zu Pornographie selbst in der Kindheit. Aber das wiederum ermutigt Kuhl in ihrer Arbeit: Es gibt viel zu tun im Kinder- und Jugendbuchbereich, vor allem aufzuklären (und das nicht nur in Fragen der Sexualität). Kaum jemand hat so viel dafür getan wie sie.
Illustration aus „Radieschen von unten“ (2023), das gemeinsame Buch von Katharina von der Gathen und Anke Kuhl zum Thema TodAnke KuhlDarüber legt jetzt eine Retrospektive im Bilderbuchmuseum von Troisdorf Rechenschaft ab, die man auch rein numerisch fassen könnte, um die Bedeutung von Kuhl zu ermessen: in einem Vierteljahrhundert 65 Bücher, etliche davon selbst verfasst, so etwa auch 2020 der autobiographische Comic „Manno! Alles genau so in echt passiert“, der mit Leibinger- und Max-und-Moritz-Preis die beiden wichtigsten deutschen Auszeichnungen in dieser Literatursparte gewonnen hat.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





