
Iran und Ukraine: Was kosten die Kriege?
Iran und Ukraine : Was kosten die Kriege? Von Gerald Braunberger 30.04.2026, 12:16 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Ein Schnellboot der iranischen Revolutionsgarde (IRGC) nähert sich dem Frachtschiff...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Iran und Ukraine : Was kosten die Kriege? Von Gerald Braunberger 30. 2026, 12:16 Lesezeit: 4 Min.
Bildbeschreibung ausklappen Ein Schnellboot der iranischen Revolutionsgarde (IRGC) nähert sich dem Frachtschiff Epaminondas. dpa Verteidigung ist sehr teuer, aber notwendig. Schaffen solche Ausgaben auch mehr Wirtschaftswachstum?
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Kriege sind in erster Linie mit menschlichem Leid verbunden, aber sie besitzen auch eine wirtschaftliche Bedeutung, die weit über das unmittelbare Kriegsgebiet hinausreichen kann. So belastet der Irankrieg über seinen Einfluss auf die Preise und Liefermengen wichtiger Rohstoffe die gesamte Weltwirtschaft. Auch der Ukrainekrieg hatte anfangs die globalen Energie- und Rohstoffmärkte belastet und ebenso wie jetzt der Irankrieg Anreize für die Umlenkung von Lieferketten und die Diversifizierung von Energie- und Rohstoffeinfuhren geboten.
Die Preissteigerungen stellen die Zentralbanken vor die Frage, ob dauerhafte Steigerungen des gesamten Preisniveaus drohen, die höhere Leitzinsen erfordern würden. Der Ukrainekrieg demonstriert, wie sehr ein Verteidiger, dessen Wirtschaft von Angriffen erheblich in Mitleidenschaft gezogen wird, unter finanziellen Druck gerät. Auch hierfür existieren zahlreiche historische Beispiele.
Ohne erhebliche Kredite aus dem Ausland könnte die Ukraine ihre Verteidigung nicht finanzieren. Aber auch der Angreifer spürt die wirtschaftlichen Folgen. Seit einiger Zeit mehren sich Berichte, die auf eine merkliche Überdehnung der russischen Ressourcen hinweisen.
Was Experten sagen
Russland bleibt dennoch aktiv: In diesen Tagen kursieren Meldungen, nach denen Moskau kasachische Öllieferungen nach Deutschland blockieren könnte. Der Internationale Währungsfonds hat sich ausführlich mit den wirtschaftlichen Kosten von Kriegen, mit der Finanzierung eines Ausbaus von Verteidigungskapazitäten und mit den Kosten eines Wiederaufbaus nach einem Krieg beschäftigt. Deutschland befindet sich wie viele andere Länder derzeit im Aufbau von Rüstungskapazitäten nach Jahrzehnten, in denen die sogenannte „Friedensdividende“ zur Finanzierung von Sozialleistungen verwendet wurde.
Viel mehr Wirtschaftswachstum ist dadurch nicht zu erwarten „In den letzten fünf Jahren hat etwa die Hälfte aller Länder weltweit ihre Militärhaushalte erhöht, und die Waffenverkäufe der weltweit größten Rüstungskonzerne haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten real verdoppelt“, schreibt der Fonds. „In einer typischen Aufbauphase, die länger als zweieinhalb Jahre andauert, steigen die Verteidigungsausgaben um etwa 2,7 Prozentpunkte der Wirtschaftsleistung, wobei etwa zwei Drittel davon durch höhere Defizite finanziert werden“, hat der Fonds bei der Analyse der Verteidigungsausgaben von 164 Ländern seit 1946 beobachtet. Die von den europäischen NATO-Staaten angekündigten Steigerungen ihrer Verteidigungsausgaben erscheinen im historischen Vergleich nicht exorbitant.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





