
Jakob Schwerdtfeger: Rubens ist für ihn „Kunst auf Koks“
Jakob Schwerdtfeger : Rubens ist für ihn „Kunst auf Koks“ Von Sonja Esmailzadeh 11.05.2026, 10:31Lesezeit: 4 Min. Er spricht anders über Kunst: Jakob Schwerdtfeger vor den „unfertigen Ikea-Regalen“ – den „Open Cubes“...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Jakob Schwerdtfeger : Rubens ist für ihn „Kunst auf Koks“ Von Sonja Esmailzadeh 11. 2026, 10:31Lesezeit: 4 Min. Er spricht anders über Kunst: Jakob Schwerdtfeger vor den „unfertigen Ikea-Regalen“ – den „Open Cubes“ von Sol LeWitt in der Frankfurter Gallusanlage.
Peter JülichWarum ist die Renaissance eine Streberin, was hat die Mona Lisa mit Pizza zu tun? In seinem neuen Buch gibt der Kunsthistoriker und Comedian Jakob Schwerdtfeger Antworten darauf. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die Hochhäuser strecken sich hier wie Riesen in den Himmel, die Sonne fällt in den Park der Frankfurter Gallusanlage.
Die Einzelheiten
Am frühen Morgen teilen sich zwei Obdachlose eine orangefarbene Bank. Ein paar Schritte weiter bestellen perfekt gestylte Menschen Getränke in einem Café, in dem ein einfacher schwarzer Kaffee und Grüntee geradezu subversiv wirken. Am Tresen liegt ein opulenter Bildband über Hermès-Handtaschen.
Jakob Schwerdtfeger, der Grüntee trinkt, fragt sich: „Wer braucht so viele Handtaschen? “ In der Einleitung seines Buchs „Punkt Punkt Komma Strich, fertig ist die Kunstgeschicht“ gibt er selbst die Antwort: Bei einem Galerienevent in Frankfurt habe er gehört, wie ein Galerist sagte, dass der hohe Eintrittspreis die „Qualität des Publikums“ hebe, während ein anderer erwiderte, dass die „Hermès-Dichte größer“ sein könnte. Für dieses Publikum hat er sein neues Buch jedenfalls nicht geschrieben.
„Ich wollte einen lockeren Zugang schaffen, der zugleich informativ ist“, sagt der 38 Jahre alte Kunsthistoriker und Stand-up-Comedian. Ein Buch, das Spaß mache und nicht „als Einschlafhilfe“ diene. Das ist ihm gelungen.
Was Experten sagen
Das Buch ist ein Kunstüberblick für alle, macht aber auch denen Spaß, die sich schon länger mit Kunst befassen – gegen den Strich gebürstet, humorvoll, aber ohne Klamauk. Das 250 Seiten starke Buch ist angereichert mit Fun Facts und Anekdoten. Mit dieser Mischung hat Schwerdtfeger seine Nische gefunden: zwischen Kunst und Entertainment, Bühne und Buch.
Prägnante Sätze wie „die Renaissance ist die Streberin der Kunstepochen“, eröffnen einen frischen Blick. Hinter der Leichtigkeit verbirgt sich aber Arbeit, die man Schwerdtfegers Texten anmerkt. Manchmal, sagt er, habe er stundenlang über einen Satz nachgedacht.
Sein erstes Buch „Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist Kunst“ sei gewissermaßen „die Eintrittskarte in die Kunstwelt“ gewesen, das zweite nun ein lang gehegter Wunsch. Den hat er sich nach einem Jahr erfüllt: mit viel Grüntee, Stunden in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt, Mut zur Lücke und dicken Wälzern – für einen besonders schweren hat er sogar eine Waage in die Bibliothek mitgenommen. Ein Ritt durch 1000 Jahre KunstgeschichteSeine finale Auswahl bezeichnet er als „wilden Ritt durch 1000 Jahre Kunst“, angefangen von der Romanik und Gotik bis zur zeitgenössischen Kunst.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





