
Juliette Binoche und 600 Filmschaffende kämpfen gegen rechten Tycoon – und kommen auf schwarze Liste
Auseinandersetzung um Medienunternehmen Canal+ Juliette Binoche und 600 Filmschaffende kämpfen gegen rechten Tycoon – und kommen auf schwarze Liste Französische Künstlerinnen und Künstler wollten auf den steigenden...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Auseinandersetzung um Medienunternehmen Canal+ Juliette Binoche und 600 Filmschaffende kämpfen gegen rechten Tycoon – und kommen auf schwarze Liste Französische Künstlerinnen und Künstler wollten auf den steigenden Einfluss des Rechtsaußen-Industriellen Vincent Bolloré aufmerksam machen. Nun dürfen sie nicht mehr für den Medienkonzern Canal+ arbeiten. 46 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (4 Minuten) 4 Min X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern Juliette Binoche: »Faschistische Übernahme der kollektiven Vorstellungskraft« Foto: Cristina Quicler / In Frankreich tobt derzeit ein Kulturkampf um das nationale Kino. Anfang der Woche, zur Eröffnung der Filmfestspiele von Cannes, hatten üer 600 Filmschaffende über die Zeitung »Libération« eine Petition gegen den rechts stehenden Industriellen Vincent Bolloré unterzeichnet.
Die Einzelheiten
Bolloré hatte über die vergangenen Jahre ein Medienimperium aufgebaut, das bis in das Entertainmentkonglomerat Canal+ reicht. Auf der Liste der Unterzeichner finden sich bekannte Namen wie die der Schauspielerinnen Juliette Binoche und Adèle Haenel oder die von Regisseuren wie Raymond Depardon und Dominik Moll. In der Erklärung heißt es: »Wenn wir das französische Kino in die Hände eines rechts außen stehenden Besitzers geben, riskieren wir nicht nur die Vereinheitlichung von Filmen, sondern eine faschistische Übernahme der kollektiven Vorstellungskraft.
« Nun reagiert die Spitze von Canal+. CEO Maxime Saada erklärte , man werde zukünftig nicht mehr mit den Künstlerinnen und Künstlern zusammenarbeiten, die das Statement gegen Bolloré unterzeichnet haben. Die Petition sei ungerecht gegenüber den Canal+-Teams, die in ihrem Schaffen immer um Unabhängigkeit bemüht gewesen seien.
Bild vergrößern Industrieller Bolloré: Von der Finanzierung über die Produktion bis zur Ausspielung Foto: Julien de Rosa / Ob das in Zukunft bei einem wachsenden Einfluss von Bolloré so bleiben wird, ist in den Augen vieler Beobachter zweifelhaft. Bolloré kontrolliert inzwischen ein weitverzweigtes Mediennetzwerk, das unter anderem aus dem Radiosender Europe 1 und dem Fernsehsender CNews besteht. CNews geriet zuletzt in die Schlagzeilen, da dort aus Sicht von Kritikern rassistische Meinungen verbreitet werden.
Was Experten sagen
Vergangenen Monat eröffnete die Staatsanwaltschaft in Paris Untersuchungen aufgrund mutmaßlich rassistischer Kommentare. Paddington und rechte Propaganda? Könnte Canal+ durch den Einfluss Bollorés eine ähnliche Richtung nehmen?
Das Konglomerat ist einer der größten Geldgeber für europäische Produktionen; das Tochterunternehmen StudioCanal ist eine der einflussreichsten Produktionsgesellschaften des Kontinents. Sie ist sowohl im Bereich Kino als auch im Bereich Serien aktiv, in ihren Katalog gehören das Amy-Winehouse-Biopic »Back to Black« oder der Familienfilm »Paddington in Peru«.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





