
Justizskandal in Italien: Ein Land voller Geschworener
Justizskandal in Italien : Ein Land voller Geschworener Von Karen Krüger, Mailand 12.05.2026, 20:30Lesezeit: 5 Min. Verurteilt für ein Verbrechen, von dem die Staatsanwaltschaft inzwischen überzeugt ist, dass es ein...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Justizskandal in Italien : Ein Land voller Geschworener Von Karen Krüger, Mailand 12. 2026, 20:30Lesezeit: 5 Min. Verurteilt für ein Verbrechen, von dem die Staatsanwaltschaft inzwischen überzeugt ist, dass es ein anderer beging: Alberto StasiPicture AllianceItaliens Medien weiden sich an der Geschichte eines Femizids, für den ein Mann unschuldig ins Gefängnis ging und nun ein neuer Täter gefunden ist.
Das Interesse am Fall Garlasco sprengt jeden Rahmen. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Fotos von Blutflecken im Keller und im Hausflur. Bilder des Opfers und des vermeintlichen Täters aus glücklichen Tagen, von Einfamilienhäusern in der Provinz, einsamen Garagen auf dem Land.
Die Einzelheiten
Aufnahmen von Ermittlern in Schutzanzügen und Carabinieri. Mutmaßungen über Hilfsarbeiter, K. -Tropfen oder einen Verwandten, der an der Haustür klingelte, private Whatsapp-Verläufe, Sex, ein Seitensprung, Geld.
Ganz Italien spricht seit Monaten über den „Fall Garlasco“. Er geht auf das Jahr 2007 zurück. August, wurde die Studentin Chiara Poggi im Treppenabgang zum Keller ihres Elternhauses in Garlasco, einer Gemeinde nahe der Stadt Pavia, erschlagen in einer Blutlache aufgefunden.
Auch in der Wohnung fanden sich Blutspuren. Chiara Poggi, nur mit einem Pyjama bekleidet, hatte offenbar zu fliehen versucht und war auf der Kellertreppe zusammengebrochen. Der Tatverdacht fiel bald auf ihren Freund, den damals 24-jährigen Alberto Stasi.
Was Experten sagen
Er hatte die Carabinieri alarmiert, beteuerte seine Unschuld – und wurde dennoch nach einem langjährigen Indizienprozess, über den nicht nur Italiens Klatschpresse, sondern auch die seriösen Medien ausgiebig berichteten, 2015 zu 16 Jahren Haft verurteilt. Nebenbei wird über das blutige Verbrechen geplaudertIm Mai 2025 wurde der Fall neu aufgerollt. Neue DNA-Untersuchungen hatten ergeben, dass Gewebespuren unter den Fingernägeln Chiara Poggis nicht vom verurteilten Alberto Stasi stammten, sondern von Andrea Sempio, einem Freund ihres Bruders (F.
Sogar mögliche Tatwaffen, darunter ein Hammer, wurden auf einmal in einem Bach gefunden, am Tatort wurde ein Handabdruck rekonstruiert. Italiens Medien reagierten, als würde der Femizid für die zweite Staffel einer Unterhaltungsserie neu aufgelegt. Das Verbrechen entfacht einen narrativen Wirbel.
Jeder gibt seine Meinung kund – in den sozialen Medien, morgens an der Bar, im Bus, beim Abendessen mit Freunden, beim Autofahren, auf der Tribüne beim Jugend-Volleyballmatch am Wochenende: War es wirklich Sempio, der Freund des Bruders, der Chiara angeblich beim heimlichen Anschauen ihrer selbstgedrehten Erotik-Filmchen verfallen sein soll, wie nun die Staatsanwaltschaft Pavia behauptet? Oder war es doch Stasi, Chiaras damaliger Freund, der als Mörder verurteilt wurde und jahrelang im Gefängnis saß?
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





