
kampf um Frankreichs Verlage: „Wer nicht loyal ist, wird einen Kopf kürzer gemacht“
kampf um Frankreichs Verlage : „Wer nicht loyal ist, wird einen Kopf kürzer gemacht“ Von Lena Bopp 06.05.2026, 15:32Lesezeit: 6 Min. „Der Vorgang zeigt, zu welcher Gewalt dieses Milieu fähig ist“: Der Autor Olivier...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. kampf um Frankreichs Verlage : „Wer nicht loyal ist, wird einen Kopf kürzer gemacht“ Von Lena Bopp 06. 2026, 15:32Lesezeit: 6 Min. „Der Vorgang zeigt, zu welcher Gewalt dieses Milieu fähig ist“: Der Autor Olivier Guez.
AFPOlivier Guez gehört zu den 200 Autoren, die aus Protest den Verlag Grasset verlassen haben. Ist der Vorgang eine Blaupause für die Machtübernahme der extremen Rechten? Ein Gespräch über Literatur in angespannten Zeiten.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Herr Guez, Sie gehören zu den mehr als zweihundert Autoren, die in Frankreich vor Kurzem ihren Verlag Grasset verlassen haben, nachdem der langjährige Verleger Olivier Nora vom Besitzer der Verlagsgruppe Hachette vor die Tür gesetzt worden war. Grasset wurde dadurch innerhalb von 24 Stunden quasi vollständig ausgehöhlt. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?
Ich erfuhr aus der Presse von der Entlassung Noras, und mein erster Gedanke war: Das ist eine Katastrophe. Eine Katastrophe, weil Olivier Nora ein außergewöhnlicher Verleger und Mensch ist. Und eine Katastrophe, weil Grasset nicht nur ein Verlag ist, sondern ein Haus, in das man gerne geht.
Ich lebe seit einiger Zeit nicht mehr in Paris, aber immer, wenn ich nach Paris reise, gehe ich zu Grasset, um Leute zu treffen, zu plaudern, Bücher zu lesen, meine Post zu holen. Dies ist das Ende eines großen literarischen Hauses, das Ende einer Ära. Und es ist auch das Ende der Unschuld.
Was Experten sagen
Wir waren alle sehr naiv. Vincent Bolloré steht seit drei Jahren an der Spitze von Hachette, niemand hat sich bewegt. Er hat Fayard und seine anderen Medien auf seine Linie gebracht.
Aber wir dachten alle, wir seien gut geschützt – wieso eigentlich? Es gab keinen Grund, das zu glauben. Das Ende der Unschuld also für den Literaturbetrieb und vielleicht auch für das ganze Land.
Sie spielen auf die Präsidentschaftswahlen 2027 an, die ein Kandidat der extremen Rechten gewinnen könnte. Von Olivier Guez ist gerade erschienen: „Die Welt in ihren Händen“ über das Leben von Gertrude BellVerlagDer Vorgang zeigt, wie viel Gewalt im Spiel ist. Im Imperium von Bolloré ist der Verlag Grasset ein kleines Sandkorn.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





