
Klimakrise: Rückzug aus New Orleans
Klimakrise : Rückzug aus New Orleans Ein Kommentar von Frauke Steffens 05.05.2026, 22:31Lesezeit: 2 Min. Ein Protestschild steht vor der Wandmalerei zum Gedenken an Hurricane Katrina im Lower Ninth Ward, einer der...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Klimakrise : Rückzug aus New Orleans Ein Kommentar von Frauke Steffens 05. 2026, 22:31Lesezeit: 2 Min. Ein Protestschild steht vor der Wandmalerei zum Gedenken an Hurricane Katrina im Lower Ninth Ward, einer der besonders stark betroffenen Nachbarschaften.
ReutersLaut einer neuen Studie ist New Orleans vor den Folgen des Klimawandels nicht mehr zu retten, mehr als eine Million Menschen sollte umziehen. Die wichtigsten Präventionsmaßnahmen scheitern ohnehin an der Politik. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App „Point of No Return“ – es sind drastische Worte, mit denen eine neue wissenschaftliche Studie Politiker und Einwohner von New Orleans warnt: Die Stadt werde infolge der Klimakrise in weniger als hundert Jahren vom Meer umschlossen sein, so die Autoren, die unter anderem an der Tulane-Universität forschen.
Die Einzelheiten
Selbst wenn die internationalen Klimaschutzziele erreicht würden, sei New Orleans, das zu großen Teilen unter dem Meeresspiegel liegt und ohnehin von fortschreitender Erosion bedroht ist, nicht mehr zu retten, so die Wissenschaftler bei der Vorstellung ihrer Arbeit. Für sich genommen sind es keine neuen Zahlen, die die Forscher präsentieren, aber sie setzen die bekannten Daten in Beziehung zueinander. Es sei an der Zeit, den „geordneten Rückzug“ aller Bewohner zu planen: 360.
000 Menschen müssten mittelfristig umziehen. Rechnet man die Metropolregion hinzu, geht es um mehr als eine Million Einwohner. Der Punkt ohne Umkehrmöglichkeit steht für das Ende einer Illusion: dass sich mit ausreichend Ressourcen, mit Ingenieurskunst und politischem Willen jede Herausforderung meistern lasse.
Wer kann, wird wegziehenNach dem Hurrikan Katrina wurden Milliarden Dollar in Flutschutz investiert. Viele ärmere Menschen, die geflohen waren, kehrten allerdings nicht zurück, es war von einer Vertreibung der Ärmsten die Rede. In den kommenden Jahrzehnten dürfte sich diese Entwicklung umkehren.
Was Experten sagen
Wer kann, wird sein Haus verkaufen oder aufgeben, woanders neu anfangen. Zurück bleiben irgendwann nur noch diejenigen, die sich das nicht leisten können. Den „geordneten Rückzug“, den die Wissenschaftler fordern, müsste vor allem die Politik organisieren und dafür auch finanzielle Unterstützung bereitstellen.
Doch indem er zuletzt ein Sedimentumleitungsprojekt strich, das die Entwicklung zumindest hätte verlangsamen können, zeigte Gouverneur Jeff Landry, dass seine Prioritäten nicht bei den Bewohnern der Stadt liegen. „Point of No Return“, diese Sprache ist für viele Verantwortliche in Landrys Republikanischer Partei sowieso Panikmache. Präsident Donald Trump fährt sämtliche Klimaschutzmaßnahmen zurück, und auch der Katastrophenschutz ist trotz vorläufiger Rettung durch den Kongress immer noch vom finanziellen Kahlschlag bedroht.
Den „managed retreat“, den die Wissenschaftler fordern, wird für die Menschen in den kommenden Jahrzehnten ohne politischen Wandel niemand organisieren.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





