
Kriegsende 1945: In Flensburg ging das „Dritte Reich“ noch zwei Wochen weiter
Kriegsende 1945 : In Flensburg ging das „Dritte Reich“ noch zwei Wochen weiter Von Andreas Kilb 06.05.2026, 17:18Lesezeit: 4 Min. Ende eines Provisoriums: Jodl, Speer und Dönitz bei der Festnahme durch die Briten am 23....
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Kriegsende 1945 : In Flensburg ging das „Dritte Reich“ noch zwei Wochen weiter Von Andreas Kilb 06. 2026, 17:18Lesezeit: 4 Min. Ende eines Provisoriums: Jodl, Speer und Dönitz bei der Festnahme durch die Briten am 23.
Picture Alliance Nach der deutschen Kapitulation am 8. Mai regierte Hitlers Nachfolger Dönitz in Flensburg unter alliiertem Schutz. Und Churchill ließ eine „undenkbare“ Operation planen.
Die Einzelheiten
Svenja Falk erzählt die Geschichte des Kriegsendes neu. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Dass das „Dritte Reich“ nicht mit der deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945, sondern formal erst mit der Berliner Erklärung der alliierten Siegermächte am 5.
Juni endete, ist heute wenig bekannt. Schon vierzehn Tage zuvor, am 23. Mai, hatten britische Soldaten die letzte Reichsregierung unter Großadmiral Karl Dönitz an ihrem Sitz in Flensburg-Mürwik festgenommen und ihre Mitglieder in ein Gefangenenlager in Luxemburg gebracht.
Zuvor aber hatte Dönitz mit seinen Ministern gut drei Wochen lang als testamentarisch bestimmter Nachfolger Adolf Hitlers die Geschäfte eines Staates geführt, der nach der Kapitulation der Wehrmacht zwar faktisch nur noch auf dem Papier bestand, aber als Faustpfand und Ansprechpartner der Westalliierten eine historisch bedeutsame Rolle spielte. Von dieser Regierung und dem Ort, an dem sie saß, berichtet Svenja Falk in ihrem Buch über „Die letzten Tage der Diktatur“. Die Autorin, gebürtige Flensburgerin und Honorarprofessorin an der Universität Gießen, hat bislang vor allem zu volkswirtschaftlichen Themen publiziert; ihr Werk, erklärt sie im Vorwort, wolle „keine Fachpublikation über die NS-Zeit“ sein, sondern von „übersehenen Perspektiven, Wendepunkten und blinden Flecken“ erzählen.
Was Experten sagen
So muss man das Buch lesen: nicht als akademische Studie, sondern als zeitgeschichtliches Wimmelbild, als Mosaik aus Stimmen und Schicksalen, die in der kurzen Übergangszeit zwischen Diktatur und Besatzungsherrschaft in der Stadt an der Ostsee zusammentrafen. Auch Suhrkamp-Verleger Unseld gehörte zu den ZeitzeugenZu diesen Stimmen gehört auch Siegfried Unseld. Der zwanzigjährige Unseld dient in der Marine-Nachrichtenabteilung, die am 30.
April den entscheidenden Funkspruch von Hitlers Sekretär Bormann an Dönitz empfängt. Zwar hat Unseld die Nachricht nicht selbst in der Hand gehabt, aber anders als die direkt Beteiligten hat der spätere Suhrkamp-Verlagschef schriftliche Erinnerungen an seine Zeit in Flensburg hinterlassen. Svenja Falk zitiert ihn mehrfach im Verlauf ihres Buches, auch wenn, wie sie zugibt, die Beweislage zu Unselds Aufenthalt in Flensburg zweifelhaft ist; sein Einsatz in der „Einheit Adler“ ist nirgendwo dokumentiert.
Svenja Falk: „Die letzten Tage der Diktatur“Klett-CottaDieses Vorgehen ist typisch für die Autorin: Im Zweifelsfall zieht sie das Interessante dem historisch Belegten vor.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





