
Krisensparte mehr wert: Wie sieht der Plan B von Thyssenkrupp aus?
Krisensparte mehr wert : Wie sieht der Plan B von Thyssenkrupp aus? Von Nadine Bös 12.05.2026, 18:49Lesezeit: 4 Min. Am Hochofen: Der harte Sanierungsplan umfasst auch eine Reduktion der Produktionskapazitäten.Anton...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Krisensparte mehr wert : Wie sieht der Plan B von Thyssenkrupp aus? 2026, 18:49Lesezeit: 4 Min. Am Hochofen: Der harte Sanierungsplan umfasst auch eine Reduktion der Produktionskapazitäten.
Anton VesterThyssenkrupp-Vorstandsvorsitzender Miguel López hat den Stahlverkauf pausiert. Eine andere Konzernsparte soll früher selbständig werden. Doch es gibt neuen Ärger mit der IG Metall.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App „Wir haben immer einen Plan B. “ So hatte sich Miguel López, der Vorstandsvorsitzende des Industriekonzerns Thyssenkrupp, noch im Dezember geäußert. Damals ging es um die Frage, was passieren würde, wenn die Gespräche mit dem indischen Konzern Jindal Steel zur Übernahme von Thyssenkrupps Stahlsparte scheitern würden.
Jetzt, rund ein halbes Jahr später, bleibt López wolkig, wenn es um diesen Plan B geht. Er deutet aber an, dass er sich bessere Konditionen für eine Trennung von dem lange Zeit krisengeschüttelten Stahlsegment wünscht, als sie die Inder anscheinend zuletzt bieten wollten. Die Gespräche mit den Interessenten „pausieren“ momentan, wie Thyssenkrupp vor etwas mehr als einer Woche bekannt gegeben hatte.
Er sehe aufgrund eigener Sanierungsmaßnahmen und veränderter politischer Rahmenbedingungen „eine neue Werthaltigkeit“ im Stahlgeschäft, sagte López am Dienstag im Zuge der Bekanntgabe der Zahlen für das erste halbe Geschäftsjahr. Der Bereich stehe mittlerweile mit „circa drei Milliarden Euro“ in den Büchern, sagte Thyssenkrupps Finanzvorstand Axel Hamann auf Nachfrage. Im Dezember waren es noch 2,4 Milliarden Euro gewesen.
Was Experten sagen
Zukunftsfest aufstellen – „und dann werden wir sehen“„Die Verselbständigung von Thyssenkrupp Steel Europe bleibt weiterhin das erklärte Ziel“, heißt es offiziell vom Mutterkonzern, doch zur Frage, ob ein Börsengang nach den geplatzten Verkaufsverhandlungen die Alternative sei, sagte López lediglich, man konzentriere sich vorerst auf Maßnahmen, um den Stahl zukunftsfest aufzustellen – „und dann werden wir sehen“. Zugleich betonte er, mit der Familie Jindal „freundschaftlich“ verbunden zu bleiben. Diesen Kurs stützt auch die mächtige Ankeraktionärin, die Essener Krupp-Stiftung, die ihn zuletzt als „folgerichtig“ bezeichnete.
Thyssenkrupp Steel plant, seine Stahl-Produktionskapazitäten zu verkleinern: 11. 000 Stellen in der Sparte sollen eingespart oder ausgelagert werden. López hob positiv hervor, dass der Verkauf der Anteile an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) an den Konkurrenten Salzgitter kurz bevor stehe.
Von dem Geschäft will sich das Unternehmen schon lange trennen. Zudem setzt Thyssenkrupp auf Schutzzölle der EU, die das Unternehmen auf zukünftig höhere Stahlpreise und höheres Kundeninteresse in Europa hoffen lassen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





