
Kritik an Schwarz-Rot: Die Regierung ist nicht das Problem
Kritik an Schwarz-Rot : Die Regierung ist nicht das Problem Ein Kommentar von Jannis Koltermann 16.05.2026, 08:19Lesezeit: 4 Min. Sind sie schuld an der allgemeinen Misere? Lars Klingbeil und Friedrich Merz bei der...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Kritik an Schwarz-Rot : Die Regierung ist nicht das Problem Ein Kommentar von Jannis Koltermann 16. 2026, 08:19Lesezeit: 4 Min. Sind sie schuld an der allgemeinen Misere?
Lars Klingbeil und Friedrich Merz bei der Kabinettsssitzung am 6. Mai 2026, dem ersten Jahrestag der schwarz-roten Bundesregierung. dpaSchwarz-Rot-Bashing ist zum Volkssport geworden.
Die Einzelheiten
Doch auch in vielen anderen Ländern sind die Regierungen so unbeliebt wie nie zuvor. Das zeigt: Die wahren Ursachen der Misere liegen tiefer. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die Gesellschaft mag polarisiert sein, doch auf eines können sich fast alle einigen: Die jetzige Bundesregierung kann es nicht.
87 Prozent der Deutschen sind nach einer jüngsten Umfrage unzufrieden mit ihrer Arbeit. Viele Kommentatoren scheinen die Koalition bereits nach einem Viertel der Legislaturperiode abgeschrieben zu haben und mit aller Macht ihr Ende herbeireden zu wollen: „Ein missglückter Start“ war zum einjährigen Dienstjubiläum vor einer Woche noch das freundlichste Urteil. Auch Regierungsvertreter trauen sich kaum noch, von ihrer getanen Arbeit zu sprechen, ohne reumütig Besserung für die Zukunft zu geloben.
Schwarz-Rot-Bashing ist zum Volkssport geworden. Das war Ampel-Bashing allerdings auch schon. Der unbeliebteste Bundeskanzler aller Zeiten vor Friedrich Merz hieß Olaf Scholz, die unbeliebteste Bundesregierung vor der jetzigen war die vorherige.
Was Experten sagen
Kollektives Aufatmen begleitete den Bruch der Koalition aus SPD, FDP und Grüne vor anderthalb Jahren. Die Ampel wiederum war die Reaktion auf eine (damals noch sogenannte) Große Koalition, die zwar über aus heutiger Sicht beneidenswerte Zustimmungswerte verfügte, derer die Wähler im Sommer 2021 aber nach allgemeiner Einschätzung dennoch überdrüssig waren. Auch Starmer und Macron so unbeliebt wie nieHaben wir also singuläres Pech mit unseren Regierungen gehabt?
Ein Blick ins Ausland zeigt, dass die Deutschen mit ihrer Unzufriedenheit nicht allein dastehen. In derselben Woche, in der Schwarz-Rot seinen traurigen Geburtstag beging, erlitt die Labour-Partei in Großbritannien eine krachende Niederlage bei den Kommunalwahlen. Die Regierung von Keir Starmer war vor zwei Jahren ohnehin vor allem deswegen ins Amt gekommen, weil ihre konservative Vorgängerregierung in der kollektiven Wahrnehmung abgewirtschaftet hatte.
Seit Jahren geht es in Westminster fast nur noch um die Frage, wie lange sich der jeweilige Premierminister wohl noch an der Macht halten kann. Liz Truss musste 2022 sogar schon nach 45 Tagen wieder gehen. Unter großem Druck: der britische Premierminister Keir StarmerdpaDem Club der jeweils unbeliebtesten Regierungschefs aller Zeiten könnte neben Merz und Starmer auch Emmanuel Macron beitreten.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





