
Lettische Regierungskrise: Zu viele Drohnen und zwei Rücktritte
Lettische Regierungskrise : Zu viele Drohnen und zwei Rücktritte Von Stefan Locke, Warschau 17.05.2026, 18:09Lesezeit: 3 Min. Der lettische Präsident Edgars Rinkēvičs (rechts) und Andris Kulbergs (links) vor der...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Lettische Regierungskrise : Zu viele Drohnen und zwei Rücktritte Von Stefan Locke, Warschau 17. 2026, 18:09Lesezeit: 3 Min. Der lettische Präsident Edgars Rinkēvičs (rechts) und Andris Kulbergs (links) vor der Ankündigung, dass Kulbergs eine neue Regierung bilden soll, 16.
AFPDie lettische Regierung zerbrach wegen Drohnen, die in den Luftraum des Landes eindrangen. Doch die Koalition war schon zuvor am Ende. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Am Sonntag gab es schon wieder Luftalarm in Lettland.
Die Einzelheiten
Um sechs Uhr morgens bekamen die Menschen im Osten des Landes Warnmeldungen auf ihre Handys geschickt. Gut eine Stunde später gab das lettische Militär Entwarnung und teilte mit, dass eine Drohne den Luftraum verletzt hatte. Den Angaben zufolge war sie nahe der Kleinstadt Krāslava an der belarussischen Grenze nach Lettland hineingeflogen und hatte gut hundert Kilometer nördlich in Nähe des Ortes Ludza den Luftraum in Richtung Russland wieder verlassen.
Zuvor waren NATO-Kampfjets aufgestiegen. Die baltischen Staaten besitzen keine eigenen Kampfjets und werden deshalb von dem Militärbündnis bei der Sicherung ihres Luftraums unterstützt. Die lettischen Streitkräfte haben ihre Luftverteidigungsfähigkeit an der Ostgrenze mit zusätzlichen Einheiten verstärkt, da sich die Vorfälle mit Drohnen häufen.
Die Herkunft der Drohne vom Sonntag ist unklar, nicht unwahrscheinlich ist, dass es sich abermals um eine ukrainische Drohne handelte, die in Richtung Russland unterwegs war und vom Kurs abkam oder elektronisch abgelenkt wurde. So war es bei mehreren ukrainischen Drohnen in der vorvergangenen Woche, von denen zwei über einem Öllager im Osten Lettlands abgestürzt waren und einen leeren Tank zerstörten. Ein zerstrittenes BündnisNach diesem Vorfall war Lettlands Verteidigungsminister Andris Sprūds zurückgetreten und damit seiner Entlassung zuvorgekommen.
Was Experten sagen
Bei der Suche nach einem Nachfolger zerstritt sich die Regierungskoalition, sodass Regierungschefin Evika Siliņa ebenfalls zurücktrat. Damit kam sie einem von der Opposition angekündigten Misstrauensvotum zuvor. Mit ihr trat, wie von der Verfassung vorgesehen, das gesamte Kabinett zurück, das aber geschäftsführend im Amt bleibt.
Der Drohnenvorfall war jedoch lediglich Anlass, aber nicht Ursache für das Scheitern der lettischen Regierung. Abgesehen davon, dass die Letten Anfang Oktober ein neues Parlament wählen und sich die Parteien dafür bereits in Stellung bringen, war die Regierung durch ständige Konflikte geprägt. Siliņa war seit September 2023 Ministerpräsidentin und führte eine Koalitionsregierung, die sich auf drei Parteien stützte: ihre eigene, die liberal-konservative Partei Vienotība, das ZZS, ein Bündnis aus Bauern- und Sozialdemokratischer Arbeiterpartei, die die beiden stärksten Fraktionen im Parlament bilden, sowie die Progresīvie, eine Verbindung grüner und linker Sozialdemokraten, die die kleinste Fraktion stellen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





