
Libyen-Affäre: Sarkozy lässt Vertrauten fallen, um sich selbst zu retten
Libyen-Affäre : Sarkozy lässt Vertrauten fallen, um sich selbst zu retten Von Michaela Wiegel, Paris 30.04.2026, 16:49 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Sarkozy verlässt am Mittwoch in einer Verhandlungspause...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Libyen-Affäre : Sarkozy lässt Vertrauten fallen, um sich selbst zu retten Von Michaela Wiegel, Paris 30. 2026, 16:49 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Sarkozy verlässt am Mittwoch in einer Verhandlungspause den Gerichtssaal in Paris.
Im Berufungsprozess in der Libyen-Affäre kämpft der Ex-Präsident gegen eine Rückkehr ins Gefängnis. Er schiebt die Verantwortung einem Mann zu, der ihn jahrelang trug. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Drei Wochen lang hat der frühere französische Präsident Nicolas Sarkozy im Gefängnis gesessen.
Die Einzelheiten
Seither kämpft der 71 Jahre alte Politiker wie ein Löwe, um nicht zurück hinter Gitter zu müssen. In seinem Berufungsprozess in Paris holt er auch gegen engste politische Weggefährten aus, wenn es seinem Interesse dient. So belastete er seinen treuen Mitstreiter, Büroleiter und Élysée-Generalsekretär Claude Guéant, schwer.
„Ich brauche mich nicht zu schämen für das, was ich getan habe“, sagte Sarkozy. „Das kann nicht jeder von sich behaupten, wenn ich die Akte lese. “ Gemeint war vor allem Guéant, ein asketischer, stets loyaler Spitzenbeamter, dem Sarkozy plötzlich einen großspurigen Lebensstil unterstellte.
Ein Pakt mit Gadaffi In erster Instanz war Sarkozy, der lange bei den Republikanern das Sagen hatte, wegen Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Sarkozy und seine Weggefährten einen Korruptionspakt mit dem Regime des libyschen Diktators Muammar Gaddafi geschlossen hatten. Auch Guéant wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt.
Was Experten sagen
Es liegen etliche Beweise darüber vor, dass Sarkozys Adlatus sich wiederholt mit Gaddafis Schwager Abdallah Senoussi traf. Senoussi organisierte als eine Art Chefterrorist den Anschlag auf die Pan-Am-Maschine über Lockerbie mit 270 Toten sowie auf ein französisches Flugzeug in Niger mit 170 Toten. Auch für das Attentat auf die Westberliner Diskothek „La Belle“ wird Gaddafis Schwager verantwortlich gemacht.
Gegen Senoussi lag deshalb ein internationaler Haftbefehl vor, er konnte nicht mehr frei reisen. Gaddafi wollte erreichen, dass Paris den Haftbefehl aufhebt. Um diesen Wunsch kreist der Korruptionspakt: So soll Gaddafi Sarkozy hohe Summen für dessen Wahlkampf in Aussicht gestellt haben – unter der Bedingung, dass er im Gegenzug seinem Schwager die Reisefreiheit wieder verschafft.
„Claude, kümmern Sie sich darum“ Sarkozy behauptete vor Gericht, er habe von den Treffen seines engsten Mitarbeiters mit dem Chefterroristen nichts gewusst. Vielmehr erweckte der Altpräsident den Eindruck, Guéant habe aus eigenem Antrieb gehandelt, um sich persönlich zu bereichern. Der 81 Jahre alte Spitzenbeamte Guéant ist schwer krank und kann deshalb nicht dem Prozess beiwohnen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





