
Lieferketten-Chaos der Chemie: „Wir sind noch nicht im schlimmsten Szenario“
Lieferketten-Chaos der Chemie : „Wir sind noch nicht im schlimmsten Szenario“ Von Jonas Jansen 01.05.2026, 12:57 Lesezeit: 7 Min. Bildbeschreibung ausklappen Beschäftigte bangen: Die Chemieindustrie steckt in einer...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Lieferketten-Chaos der Chemie : „Wir sind noch nicht im schlimmsten Szenario“ Von Jonas Jansen 01. 2026, 12:57 Lesezeit: 7 Min. Bildbeschreibung ausklappen Beschäftigte bangen: Die Chemieindustrie steckt in einer Krise.
Die Chemiebranche hängt am Öl. Markus Steilemann, Chef des Kunststoffkonzerns Covestro, rechnet mit „harten Auswirkungen“. Bestimmte Stoffe könnten nicht nur knapp werden, sondern ganz ausfallen.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Herr Steilemann, die Anlagenauslastung in der Chemiebranche liegt historisch tief, die Nachfrage ist niedrig, die Kosten sind hoch. Durch den Irankrieg kam der nächste Energie-Schock. Wie viel Geld verliert Covestro gerade in seinem Heimatland?
Die akute Krise ist letztlich eine Beschleunigung einer seit Jahrzehnten absehbaren Entwicklung: Die Chemieindustrie ist stark von fossilen Rohstoffen abhängig – als Energie- und als Rohstoffquelle. Aktuell wirken zwei Effekte zusammen: die bereits eingesetzte physische Verknappung und die Erwartung, dass sie weiter zunimmt. Das treibt die Preise beim Rohöl und bestimmten Produkten, die darauf basieren.
Beim Rohöl schwanken wir um 100 Dollar – gut 50 bis 60 Prozent über dem Vorkrisenniveau. Kurzfristig müssen wir die Volatilität bei Preisen und Verfügbarkeit managen, langfristig die Abhängigkeit von Rohöl im Energie- und Rohstoffbereich deutlich verringern. Grundsätzlich ist Rohöl in unseren Wertschöpfungsketten ein durchlaufender Posten.
Was Experten sagen
Der Marktpreis unserer Produkte „schwimmt“ auf der Welle der Inputkosten, wie ein Korken auf dem Wasser. Wie stark er ein- oder auftaucht, hängt von der Angebot-Nachfrage-Balance unserer Produkte ab. Aber wie schlägt sich Covestro in der Krise?
Wir haben aktuell auf breiter Front Möglichkeiten, von verringerten Verfügbarkeiten zu profitieren, sowohl bei der Rohstoffversorgung als auch bei Fertigprodukten, die wir vertreiben. Weil es andere noch stärker trifft? In einigen Bereichen steigen Preise von Rohstoffen aus der chemischen Industrie signifikant, nicht wegen rechnerischer Anlagenauslastung, sondern wegen faktischer Verfügbarkeit.
Also spielen zwei Faktoren eine Rolle: Zugang zu Rohstoffen und Endprodukten sowie eine bewusste Zurückhaltung. Länder wie Japan und Korea sind im Moment betroffen, weil sie kaum noch physische Rohstoffe aus Öl und Gas bekommen und insofern kaum noch Output erzeugen, der exportiert werden kann. Manche Länder wiederum haben die Devise ausgegeben, nur noch für den eigenen Bedarf zu produzieren.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





