
Marburger Oberbürgermeister: „Biontech-Gewinne aus Steuermitteln finanziert“
Marburger Oberbürgermeister : „Biontech-Gewinne aus Steuermitteln finanziert“ Von Markus Schug , Thorsten Winter , Barbara Schäder 06.05.2026, 17:17Lesezeit: 5 Min. Angezählt: Biontech will sein Werk in Marburg bis Ende...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Marburger Oberbürgermeister : „Biontech-Gewinne aus Steuermitteln finanziert“ Von Markus Schug , Thorsten Winter , Barbara Schäder 06. 2026, 17:17Lesezeit: 5 Min. Angezählt: Biontech will sein Werk in Marburg bis Ende 2027 aufgeben.
dpaDer Oberbürgermeister von Marburg findet deutliche Worte zur geplanten Schließung des Biontech-Werks an der Lahn. Auch aus dem hessischen Landtag kommt Kritik. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die vom Corona-Impfstoffhersteller Biontech angekündigte Schließung des Standorts Marburg stößt in Hessen auf scharfe Kritik.
Die Einzelheiten
Der Marburger Oberbürgermeister Thomas Spies (SPD) rügte am Mittwoch den Umgang mit den derzeit noch 540 Beschäftigten, „die diesem Unternehmen am Standort mit der Produktion des Covid-Impfstoffs horrende Gewinne beschert haben“. Kaya Kinkel, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im hessischen Landtag, mahnte: „Biontech trägt auch Verantwortung für die Region und die Menschen, die zu seinem Erfolg beigetragen haben. “ Nach Ansicht des Marburger Oberbürgermeisters Spies erwächst diese Verantwortung auch daraus, dass das Unternehmen aus Mainz Hunderte Millionen Euro an Fördermitteln erhalten und in der Corona-Krise Milliardengewinne erzielt habe.
„Die einzige Phase, in der das Unternehmen Gewinne gemacht hat, wurde letztlich aus Steuergeldern finanziert“, so Spies. Die Bundesregierung hatte Biontech im Herbst 2020 zugesagt, die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus mit bis zu 375 Millionen Euro zu fördern. Allerdings hat Biontech auch Milliarden an Steuern gezahlt, wovon außer Mainz auch Marburg profitierte: Von 2021 bis 2023 flossen der 80.
000-Einwohner-Stadt laut früheren Angaben des Oberbürgermeisters mehr als eine Milliarde Euro an Gewerbesteuern zu. Normalerweise beläuft sich das Aufkommen aus dieser Steuerquelle in drei Jahren auf rund 300 Millionen Euro, wie Spies der F. Marburger Werk war für Biontech ein „Wunschkandidat“Biontech hatte die Stadt an der Lahn im Herbst 2020 als einen der Produktionsstandorte für seinen Impfstoff ausgewählt, weil das Unternehmen dort ein mit geeigneten Reinräumen ausgestattetes Werk des Pharmakonzerns Novartis übernehmen konnte – mitsamt den damals 300 Beschäftigten.
Was Experten sagen
„Ein Werk wie Marburg war unser Wunschkandidat“, sagte seinerzeit Biontech-Vorstand Sierk Pötting. Tatsächlich funktionierte die Produktion schon nach wenigen Monaten, im Februar 2021. Bei den Vorbereitungen habe die Stadt „alles an Unterstützung geboten, was möglich war“, sagte Oberbürgermeister Spies.
Die Biontech-Gründer Uğur Şahin und Öslem Türeci, beide Ehrendoktoren der örtlichen Philipps-Universität, hätten das Tempo in Marburg damals ausdrücklich gelobt. Vor wenigen Wochen hat das Gründerpaar angekündigt, Biontech bis zum Jahresende zu verlassen, um sich mit einem Start-up ganz der Entwicklung neuer Krebstherapien zu widmen. Auf dem Sprung: Die Biontech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin wollen das Unternehmen verlassen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





