
Mehr Fußgänger- und Verkehrstote: Die Nackten sind die Toten
Mehr Fußgänger- und Verkehrstote : Die Nackten sind die Toten Von Edo Reents 02.05.2026, 19:02 Lesezeit: 6 Min. Bildbeschreibung ausklappen Großstadtverkehr: Ein Fehler, und das Leben ist zu Ende dpa Es verunglücken...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Mehr Fußgänger- und Verkehrstote : Die Nackten sind die Toten Von Edo Reents 02. 2026, 19:02 Lesezeit: 6 Min. Bildbeschreibung ausklappen Großstadtverkehr: Ein Fehler, und das Leben ist zu Ende dpa Es verunglücken wieder mehr Fußgänger und Radfahrer.
Hat deren Leben für den Staat etwa keinen absoluten Wert? Oder warum greift er hier nicht ein? Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Sind 462 plus 406 Tote viel?
Die Einzelheiten
So viele gab es im vergangenen Jahr auf deutschen Straßen allein unter Fahrradfahrern und Fußgängern: 868 Tote. Die werden sich kaum alle gegenseitig in die Quere gekommen sein. 794 (registrierte) Fahrradunfälle, in genau zwei Drittel der Fälle war daran ein zweiter Verkehrsteilnehmer beteiligt, und unter diesen zwei Dritteln waren es wiederum etwas mehr als zwei Drittel Autofahrer; insgesamt war also an fast jedem zweiten Fahrradunfall ein Auto beteiligt, 44.
Bei den Unfällen unter Fremdbeteiligung und mit Personenschaden wurde insgesamt in 28,6 Prozent der Fälle dem Radfahrer die Schuld (nachträglich) zuerkannt; bei solchen mit beteiligten Fußgängern bekam der Radfahrer in mehr als der Hälfte der Fälle die Schuld, bei denen mit Autobeteiligung nur noch in einem Viertel, und bei Lastwagen gab es nur noch ein Fünftel schuldige Radfahrer. Mit dem Grad der Motorisierung steigt auch jener der Verantwortung Obwohl Hergang und Schuld schwer objektivierbar sind, verdanken sich diese Zahlen auch der Vorannahme, dass mit dem Grad an Motorisierung, Größe, Gewicht und Schnelligkeit Verantwortung und Schuldfähigkeit steigen. Auto-Raser und LKW-Fahrer sehen grundsätzlich schlecht aus, wenn sie es mit einem nicht-motorisierten Unfallgegner zu tun haben, erst recht bei Kindern und Jugendlichen.
Fußgängerunfälle passieren praktisch nur unter Beteiligung von PKWs oder LKWs. Zwei Drittel ereignen sich auf freier Strecke, beim Überqueren einer Straße; ein Drittel an Kreuzungen. Noch einmal: Ist das nun viel?
Was Experten sagen
Verglichen mit dem Höchststand von 1970 natürlich nicht. Damals gab es, neben einer unfassbaren halben Million Verletzten, unfassbare 21. 332 Tote, fast 60 am Tag.
Darunter waren noch unfassbarere rund 6000 Fahrradfahrer und ungefähr ebenso viele Fußgänger, bei rund 9000 Autoinsassen und Zweiradfahrern. In allen Opfergruppen war damals ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von 15 bis 20 Prozent zu verzeichnen. Ein Wunder, dass nicht mehr passiert Bei dem gegenwärtigen Verkehrsaufkommen ist es ohnehin ein Wunder, dass nicht (noch) mehr passiert.
Natürlich offenbaren die Gesamtzahlen einen erfreulichen Fortschritt bei der Verkehrssicherheit. Aber dieser Fortschritt reicht noch lange nicht. Zahlen ins Verhältnis zu setzen ist das eine; das andere ist, dass sich hinter ihnen Menschen und Schicksale verbergen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





