
Merz hält Laudatio: Draghi mit Karlspreis geehrt
Merz hält Laudatio : Draghi mit Karlspreis geehrt Von Reiner Burger, Aachen 14.05.2026, 15:52Lesezeit: 4 Min. Der frühere EZB-Präsident Mario Draghi erhält am 14. Mai 2026 in Aachen den Karlspreis.dpaMario Draghi erhält...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Merz hält Laudatio : Draghi mit Karlspreis geehrt Von Reiner Burger, Aachen 14. 2026, 15:52Lesezeit: 4 Min. Der frühere EZB-Präsident Mario Draghi erhält am 14.
Mai 2026 in Aachen den Karlspreis. dpaMario Draghi erhält den Internationalen Karlspreis. In seiner Laudatio spricht sich Merz dafür aus, Europa als eigenständige Macht zu festigen.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Mario Draghi hält sich am Donnerstag im Krönungssaal des Aachener Rathauses nicht lange mit Dankesworten auf, sondern kommt in seiner Rede rasch zum Ernst der europäischen Lage. Er wolle nicht behaupten, dass das, was Europa bevorstehe, einfach sei. Seit 2020 folge ein externer Schock dem anderen.
Gleichwohl handle es sich nicht nur um ein Moment der Gefahr, sondern auch um ein Moment der Offenbarung, sagt der frühere Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Draghi bekommt den Internationalen Karlspreis 2026 für aktuelle Impulse und sein Lebenswerk, denn er hat „unerschütterlich und mit großer Entschlossenheit Großes für Europa geleistet“, wie das Direktorium schrieb, als es die Wahl Anfang des Jahres begründete. Der 1947 in Rom geborene Draghi hat sich früh der europäischen Sache verschrieben.
Er war und ist in vielen Rollen Gestalter, Retter, Mahner. In der Funktion als Generaldirektor des italienischen Schatzministeriums war der Professor für Wirtschaftswissenschaften einst an der Ausarbeitung der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion und speziell der „Maastricht-Kriterien“ beteiligt. Einer breiten europäischen Öffentlichkeit wurde Draghi als EZB-Präsident 2012 mit seinen mittlerweile legendären Worten „whatever it takes“ bekannt.
Was Experten sagen
Damals versprach er, den Euro zu retten – unter allen Umständen. Draghis jüngster umfassender Impuls ist sein 2024 veröffentlichter schonungsloser Report zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Darin mahnt der Ökonom, die EU müsse dringend innovativer werden, wenn sie nicht den Anschluss an konkurrierende Wirtschaftsmächte wie die USA und China verlieren wolle.
Europa müsse seine wirtschaftliche Stärke erneuern, um seine Zukunft selbstbestimmt gestalten zu können – oder wie er es am Donnerstag in Aachen formuliert: „Wachstum ist zu einer Bedingung für alles in Europa geworden. “„Europa ist Ihnen zutiefst dankbar“Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) würdigt in seiner Laudatio, dass Draghi in bedrohlicher Zeit den Euro und die Währungszone „mit Mitteln, die nicht unumstritten waren“, stabilisiert habe. Er sei mutig gewesen, und das habe sich ausgezahlt.
„Der Euro ist heute unangefochten. Das bleibt ein großes Verdienst, für das Ihnen Europa zutiefst dankbar ist“, sagt der Kanzler. Heute stehe Europa wieder und in ungekannter Weise unter Druck.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





