
Nach dem Stellenabbau: Welche Zukunft hat Biontech ohne seine Star-Gründer?
Nach dem Stellenabbau : Welche Zukunft hat Biontech ohne seine Star-Gründer? Von Maybrit Martschin 15.05.2026, 20:52Lesezeit: 6 Min. Ugur Sahin, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender von Biontech, und Özlem Türeci,...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Nach dem Stellenabbau : Welche Zukunft hat Biontech ohne seine Star-Gründer? Von Maybrit Martschin 15. 2026, 20:52Lesezeit: 6 Min.
Ugur Sahin, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender von Biontech, und Özlem Türeci, Mitgründerin und medizinischer Vorstand von Biontech. dpaVor den Aktionären bezog der scheidende Biontech-Chef Uğur Şahin erstmals Stellung zum bevorstehenden Stellenabbau. Doch den Anlegern scheint der Abgang des Gründerpaars weitaus mehr zu beschäftigen.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Für die breite Öffentlichkeit hat das Mainzer Biotechnologieunternehmen Biontech den Status als Vorzeigeunternehmen verloren. Der Rückzug der Gründer Uğur Şahin und Özlem Türeci bis zum Jahresende war der erste Einschnitt, der im März für Aufsehen sorgte. Dass nun auch 1860 Mitarbeiter gehen müssen, bringt das Bild des Corona-Stars endgültig ins Wanken.
Von der Politik über die Belegschaft bis zum Curevac-Gründer Ingmar Hoerr musste sich das Unternehmen in den vergangenen Tagen heftige Vorwürfe anhören. Die Rede war von „Täuschung“, davon, ein mRNA-Unternehmen erst zu kaufen und dann zu „killen“ und schließlich von Missachtung der Gründer. In der Hauptversammlung am Freitagnachmittag hat sich Uğur Şahin erstmals selbst zum geplanten Stellenabbau geäußert.
Die Entscheidung, die Produktionsstandorte in Idar-Oberstein, Marburg, Tübingen und Singapur bis Ende 2027 zu schließen, hätten sie „schweren Herzens und nach sorgfältiger Analyse“ getroffen. Doch seien die Schließungen Teil einer Übergangsphase, die Veränderungen bedinge, um Biontech zu kommerzialisieren und mehrere Produkte zur Zulassung zu bringen. Auf diese Weise hofft das Unternehmen, bis zum Jahr 2029, wenn alles vollständig abgewickelt ist, jährlich rund 500 Millionen Euro einzusparen.
Was Experten sagen
„Uns ist sehr bewusst, wie tiefgreifend solche Entscheidungen für unsere Mitarbeitenden und ihre Familien sind“, betonte der Gründer und lobte ihre herausragende Arbeit. Es sei ihnen wichtig gewesen, die Entscheidung früh bekannt zu geben, obwohl noch einige Details offen seien. „Unabhängig davon gilt: Allen Betroffenen werden sozialverträgliche Lösungen angeboten,“ versicherte Şahin.
Biontech stehe dazu im Austausch mit Politik, Wissenschaft und regionalen Partnern, um gemeinsam für verschiedene Standorte tragfähige Perspektiven zu prüfen. Aktionäre sorgen sich um Verlust von KnowhowDie Aktionäre scheint der vorgesehene Stellenabbau derweil wenig umzutreiben. Nachfragen dazu gab es während der virtuell übertragenen Hauptversammlung keine.
Eher sorgt der Rücktritt der Gründer für Verunsicherung. Da Şahin und Türeci vorhaben, ein neues Unternehmen mit Fokus auf mRNA-Forschung zu gründen, fragte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), warum es dem Gründerpaar nicht möglich sei, sich innerhalb Biontechs weiterzuentwickeln? Daraufhin wies der Aufsichtsratsvorsitzende Helmut Jeggle auf verschiedene Zielsetzungen hin.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





