
Nach Terrorattacke: London im Antisemitismus-Schock
Nach Terrorattacke : London im Antisemitismus-Schock Von Johannes Leithäuser, London 30.04.2026, 12:32 Lesezeit: 5 Min. Bildbeschreibung ausklappen Londoner Polizeibeamte öffnen die Absperrung des Tatorts für den...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Nach Terrorattacke : London im Antisemitismus-Schock Von Johannes Leithäuser, London 30. 2026, 12:32 Lesezeit: 5 Min. Bildbeschreibung ausklappen Londoner Polizeibeamte öffnen die Absperrung des Tatorts für den Oberrabbiner Ephraim Mirvis, nachdem zwei Menschen bei einem Messerangriff verletzt wurden.
dpa Nach dem Messerangriff in London schwankt die Regierung zwischen Ohnmacht und Aktionismus. Die Situation bringt die Labour-Partei in eine schwierige Situation. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die Messerattacke auf zwei Juden im Londoner Stadtteil Golders Green hat in Großbritannien einen politischen Alarmzustand hervorgerufen.
Die Einzelheiten
Seit Monaten schon erzeugten antisemitische Vorfälle, auch judenfeindliche Verbalattacken im Internet, ein steigendes Unbehagen nicht nur in der jüdischen Gemeinschaft, sondern auch bei den Sicherheitsbehörden, die sich mit der Bekämpfung extremistischer Ausschreitungen befassen. Der aktuelle Fall, bei dem ein in Somalia geborener 45 Jahre alter Brite mit einem Messer bewaffnet am Mittwochvormittag auf offener Straße Jagd auf erkennbar jüdisch gekleidete Männer machte, ist von Premierminister Keir Starmer als ein „Angriff auf ganz Großbritannien“ gewertet worden. Repräsentanten der jüdischen Gemeinschaft warfen hingegen Politik und Polizei vor, es sei nicht genug unternommen worden, um solche Angriffe zu verhindern.
Sie urteilen, die Massenproteste gegen Israel, die seit Beginn des Gazakrieges vor zweieinhalb Jahren in London und anderen britischen Städten organisiert werden, hätten Hassbotschaften kultiviert, die sich als antisemitische Angriffe auch gegen die Juden im Land richteten. Ein weiterer jüngerer Ursprung liegt offenkundig im amerikanisch-israelischen Angriff auf Iran. Seit März ist vor allem die Zahl von Brandanschlägen auf jüdische Einrichtungen in London markant gestiegen; in vielen Fällen vermuten die Ermittler hier eine verdeckte Steuerung durch iranische Urheber.
Antisemitische Vorfälle seit Oktober 2023 verdoppelt Die private jüdische Sicherheitsinitiative CST, in der freiwillige Helfer jüdische Schulen und Synagogen schützen, registriert seit Jahrzehnten die antisemitischen Vorfälle in ganz Großbritannien. Sie gibt an, seit Oktober 2023, also seit dem Überfall der Hamas auf den Süden Israels und der anschließenden israelischen Besetzung von Gaza, hätten sich die antisemitischen Ereignisse verdoppelt. Im Jahr 2025 seien rund 3500 Fälle registriert worden.
Größtenteils handele es sich um Beleidigungen und verbale Ausfälle, allerdings habe es auch mehr als 200 Sachbeschädigungen und 170 tätliche Angriffe gegeben. Der Jahresbericht des CST weist auch aus, dass nach schwerwiegenden Angriffen oder Terrorattacken die Zahl antisemitischer Vorfälle sofort stark steigt.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





