
Neue Messungen: Warum Mexiko-Stadt absinkt
Neue Messungen : Warum Mexiko-Stadt absinkt Von Horst Rademacher, San Francisco 06.05.2026, 09:02Lesezeit: 3 Min. Dicht besiedelt: In Mexiko-Stadt leben mehr als 20 Millionen Menschen.REUTERSHäuser bekommen Risse, Wände...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Neue Messungen : Warum Mexiko-Stadt absinkt Von Horst Rademacher, San Francisco 06. 2026, 09:02Lesezeit: 3 Min. Dicht besiedelt: In Mexiko-Stadt leben mehr als 20 Millionen Menschen.
REUTERSHäuser bekommen Risse, Wände klaffen auf, Straßen werden uneben: Die mexikanische Hauptstadt sinkt ab. Besonders schlimm wären die Folgen bei einem Erdbeben. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Als der spanische Eroberer Hernán Cortés zu Beginn des 16.
Die Einzelheiten
Jahrhunderts versuchte, das Reich der Azteken im heutigen Mexiko zu unterwerfen, sah er sich mit der Kampfkraft einer entwickelten Hochkultur konfrontiert. Aber auch die geographischen Umstände machten den Spaniern und ihren indigenen Kollaborateuren zu schaffen. Die Aztekenhauptstadt Tenochtitlan war nämlich in mehr als 2200 Meter Höhe über dem Meeresspiegel auf einer Insel in einem sumpfigen See gebaut.
Der Texcoco-See, der noch aus der Eiszeit stammte, war das Trinkwasserreservoir für die aztekische Großstadt. Die Spanier mussten Flöße und flache Boote bauen, um die befestigte Stadt auf dem Wasserweg zu erobern. Nach seinem Sieg ließ Cortés den See entwässern und legte dann auf dem sumpfigen ehemaligen Seegrund den Grundstein für Mexiko-Stadt.
Dass diese Ortswahl für die mexikanische Hauptstadt ein schwerwiegender Fehler war, zeigt sich noch heute, mehr als 500 Jahre nach der Eroberung. Die Metropole sinkt nämlich unter den Füßen ihrer mehr als 20 Millionen Einwohner unaufhaltsam ab. Nach jüngsten Messungen eines unbemannten indisch-amerikanischen Radarsatelliten beträgt die Sinkrate in manchen Stadtteilen mehr als drei Zentimeter pro Monat.
Was Experten sagen
Das Gebiet um den internationalen Flughafen sinkt mit mehr als einem halben Meter pro Jahr besonders rapide. Mexiko-Stadt ist damit die am schnellsten sinkende Metropole in Lateinamerika, wahrscheinlich sogar auf der Welt. Die Sedimente sind mit Wasser gesättigtFür das unaufhaltsame Versinken der Stadt gibt es mehrere Gründe.
Der Untergrund besteht aus Hunderte Meter dicken Sedimentschichten, die sich im Laufe der Jahrtausende in dem abflusslosen Hochgebirgsbecken abgelagert hatten, das einst vom Texcoco-See gefüllt worden war. Der größte Teil dieser Seesedimente ist noch immer mit Wasser gesättigt und deshalb ein sehr instabiler Baugrund. Außerdem wird der Seegrund nach den ersten Versuchen von Cortés noch heute dauernd entwässert, beispielsweise durch die „Drenaje Profundo“, ein System von kilometerlangen Tunneln, die Grundwasser aus dem Becken in niedrigere Gebiete Mexikos transportieren.
Diese Entwässerung führt dazu, dass die Sedimente unter Mexiko-Stadt immer dichter werden. Das lässt die Oberfläche absinken. Hinzu kommt, dass es im mexikanischen Hochland nicht genug regnet, um die stetig wachsende Bevölkerung mit ausreichend Trinkwasser zu versorgen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





