
Neue Studie: Investitions-Boykott in Deutschland
Neue Studie : Investitions-Boykott in Deutschland Von Marcus Theurer 30.06.2026, 06:32Lesezeit: 3 Min. Fertigung von VW-Elektroautos im sächsischen ZwickauAFPIn Deutschland sind die zusätzlichen Investitionen in...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Neue Studie : Investitions-Boykott in Deutschland Von Marcus Theurer 30. 2026, 06:32Lesezeit: 3 Min. Fertigung von VW-Elektroautos im sächsischen ZwickauAFPIn Deutschland sind die zusätzlichen Investitionen in Zukunftsprojekte praktisch auf den Nullpunkt gesunken.
Kaum ein anderes Land schneidet in einer neuen McKinsey-Analyse so schlecht ab. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die Studie der Unternehmensberatung McKinsey ist 65 Seiten lang, aber mit Blick auf Deutschland lässt sie sich in einer einzigen Zahl zusammenfassen: Die für das zukünftige Wirtschaftswachstum und den zukünftigen Wohlstand entscheidenden produktiven Nettoinvestitionen betragen hierzulande nur noch 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung. Damit liegt Deutschland am unteren Ende einer Rangliste, in der die Autoren die Investitionen in 34 führenden Industrie- und Schwellenländern verglichen haben.
Die Einzelheiten
In der deutschen Wirtschaft wird fast nur noch in den Erhalt bestehender Produktionskapazitäten investiert, aber kaum noch in neue. Im Jahr 2024 machten die Nettoinvestitionen in China demnach 23 Prozent der Wirtschaftsleistung aus, in den USA vier Prozent, in der EU insgesamt zwei Prozent – und in der Bundesrepublik eben annähernd null. „Deutschlands Wirtschaft baut kaum noch zusätzliche Produktionskapazität auf“, das Wachstum der Investitionen in den verfügbaren Kapitalstock je Arbeitskraft sei hierzulande „praktisch zum Stillstand gekommen“, bilanziert McKinsey.
Zugespitzt könnte man sagen: In Deutschland gibt es einen Boykott von Zukunftsinvestitionen. Seit der Weltfinanzkrise 2008 seien diese von zwei Prozent der Wirtschaftsleistung auf die für 2024 ermittelten 0,2 Prozent gefallen, rechnen die Studienautoren vor. Eine Rolle hätten dabei auch niedrige staatliche Investitionen gespielt.
McKinsey weist auf die deutsche „Schuldenbremse“ zur Konsolidierung der Staatsfinanzen hin. Die privaten und staatlichen Nettoinvestitionen, um die es in der Analyse geht, sind derjenige Teil der Investitionen, der über den reinen Substanzerhalt hinausgeht. Es geht also um neue Projekte und nicht um Ersatzinvestitionen, wenn etwa in einer Fabrik eine verschlissene Maschine durch eine neue ersetzt wird oder das kaputte Notebook eines Büroarbeiters durch ein neues ersetzt wird.
Was Experten sagen
„Produktive Nettoinvestitionen, das klingt abstrakt. Aber sie sind einer der wichtigsten Indikatoren für das zukünftige Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes“, sagt Jan Mischke, Partner bei der Denkfabrik McKinsey Global Institute und einer der Autoren der Untersuchung. Und warum wird in Deutschland nicht mehr in die Zukunft investiert?
Als Bremse macht die Studie die hohen Kosten hierzulande aus. Die Autoren vergleichen für zehn Branchen die Standortbedingungen in verschiedenen Ländern.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.




