
Norwegischer Staatsfonds: Was tun mit zwei Billionen Euro?
Norwegischer Staatsfonds : Was tun mit zwei Billionen Euro? Von Sebastian Balzter 02.05.2026, 16:18 Lesezeit: 8 Min. Bildbeschreibung ausklappen Abendstimmung am Oslofjord; links im Bild Opernhaus und Munch-Museum...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Norwegischer Staatsfonds : Was tun mit zwei Billionen Euro? Von Sebastian Balzter 02. 2026, 16:18 Lesezeit: 8 Min.
Bildbeschreibung ausklappen Abendstimmung am Oslofjord; links im Bild Opernhaus und Munch-Museum Picture Alliance Der Erfolg des norwegischen Staatsfonds ist sagenhaft. Doch jetzt stehen seine Prinzipien infrage. Das verheißt nichts Gutes für den Rest der Welt.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Für das Stelldichein der globalen Finanzelite zeigte sich Oslo am vergangenen Dienstag von seiner besten Seite. Die Morgensonne spiegelte sich im Fjord, die Frühlingsluft war frisch und klar, die Ahornbäume auf dem Platz vor der norwegischen Zentralbank trugen zartes Grün. An der Oberfläche war alles makellos wie im Nordeuropa-Prospekt.
Der norwegische Staatsfonds hatte eingeladen, mit einem Anlagevermögen von rund 2000 Milliarden Euro der größte Aktionär der Welt, und mehr als 250 Manager, Unternehmer, Börsenprofis waren gekommen. Die Chefs von Ikea und Ryanair, der Präsident der Weltbank, auch die Gründer der legendären Finanzfirmen Carlyle und Citadel waren dabei. Und als Stargast kam Jamie Dimon von JP Morgan Chase, der größten Bank der USA.
Dass selbst er Zeit für den Abstecher nach Oslo fand, lässt sich erklären. Der Staatsfonds hält ein Aktienpaket im Wert von rund zehn Milliarden Euro an JP Morgan. Die 40 Millionen Euro, die Jamie Dimon zuletzt als Gehalt bezog, sind dagegen Peanuts.
Was Experten sagen
Auf ihren Fonds, das Sparschwein der Nation, gemästet mit den Einnahmen aus dem Öl- und Gasverkauf, dürfen die Norweger stolz sein. Nie zuvor in der Geschichte der Menschheit ist ein Land so klug mit Rohstoffreichtum umgegangen, noch dazu demokratisch legitimiert und mit einem hohen Grad an Transparenz. --> Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
jetzt lesen In der Finanzszene geht sogar die Angst vor der Enteignung um Statt die heimische Wirtschaft mit Geld zu überfluten, haben die Norweger konsequent und breit gestreut im Ausland investiert. Außerdem halten sie sich diszipliniert daran, höchstens drei Prozent des Marktwerts in den Staatshaushalt zu überweisen. Das machen die Anlagegewinne in den allermeisten Jahren locker wett.
Und schließlich ist den Norwegern auch noch das Kunststück gelungen, ihre eigenen moralischen Ansprüche mit der kalten Logik der internationalen Finanzmärkte zu versöhnen. Dafür haben sie ein unabhängiges Gremium ins Leben gerufen, auf dessen Empfehlung hin der Fonds die Aktien vieler Unternehmen abgestoßen hat, denen beispielsweise Kinderarbeit, Korruption oder grobe Umweltverschmutzung nachgewiesen wurden. Kurzum: eine sagenhafte Erfolgsgeschichte, ein Lichtblick für den Kapitalismus, im Börsentrubel ein Hort der Verlässlichkeit und Ausgewogenheit, ein Vorbild für den Rest der Geld anlegenden Welt.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





