
NS-Judenverfolgung: „Mein Vater wurde vorgeladen und ist nie mehr nach Hause zurückgekehrt“
NS-Judenverfolgung : „Mein Vater wurde vorgeladen und ist nie mehr nach Hause zurückgekehrt“ Von Heike Schmoll, Berlin 12.05.2026, 09:09Lesezeit: 4 Min. Eine der Aufnahmen des Fotografen Harry Croner von der „Razzia des...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. NS-Judenverfolgung : „Mein Vater wurde vorgeladen und ist nie mehr nach Hause zurückgekehrt“ Von Heike Schmoll, Berlin 12. 2026, 09:09Lesezeit: 4 Min. Eine der Aufnahmen des Fotografen Harry Croner von der „Razzia des grünen Zettels“ am 14.
Mai 1941Mémorial de la ShoahIn Berlin werden erstmals Fotos gezeigt, die auf bewegende Weise die erste Großrazzia gegen ausländische Juden im besetzten Paris 1941 dokumentieren. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App „Die Razzia des grünen Zettels hat mein Leben für immer verändert. Mein Vater wurde vorgeladen und ist nie mehr nach Hause zurückgekehrt“, berichtet die 91 Jahre alte Holocaustüberlebende Liliane Ryszfeld.
Die Einzelheiten
Als Sechsjährige hatte sie ihn mit ihrer Mutter zur Polizei in einem Pariser Vorort begleitet. Viele Jahrzehnte hat sie vergeblich auf die Rückkehr des Vaters gewartet. Am Montag wird sie ihre Geschichte Berliner Schülern erzählen.
Gemeinsam mit der Claims Conference hat die französische Botschaft in Berlin eine immersive Ausstellung gestaltet, die ein einmaliges Zusammenspiel von transparenten Fotofolien an den riesigen Fenstern zum Innenhof und eindrucksvollen Fotos präsentiert. Auf kleinen Tischen finden sich Audiogeräte mit Berichten von Zeitzeugen sowie kleine Apparate mit Dias zur Ansicht. 98 Fotos der kaum bekannten ersten Razzia gegen Juden im von Deutschland besetzten Paris werden von Sonntag an erstmals in Paris und von Dienstag bis 9.
Juli während der Öffnungszeiten der französischen Botschaft in Berlin gezeigt. Die „Rafle du Billet Vert“, die Razzia des grünen Zettels, jährt sich am 14. Mai dieses Jahres zum 85.
Was Experten sagen
Ohne einen spektakulären Fund im Jahr 2020 wüsste man so gut wie nichts von der ersten Massenverhaftung der Wehrmacht in Kollaboration mit dem Vichy-Regime. Zwei Sammler entdeckten 2020 bei einem Trödelhändler 98 Kontaktabzüge, sorgfältig nummeriert und auf graue Kartons geklebt. Sie haben die Bedeutung dieses Fundes erkannt und die Abzüge der Pariser Gedenkstätte Mémorial de la Shoah übergeben.
Die Fotos stammen von Harry Croner, der als Halbjude für die Wehrmacht arbeitete. Sie wurden als Kontaktstreifen erst 2020 bei einem Trödelhändler gefunden, danach langsam ausgewertet und werden nun erstmals in ihrer Gesamtheit in Paris und Berlin gezeigt. Mémorial de la ShoahDie Bilder stammen von dem halbjüdischen Berliner Fotografen Harry Croner, der für die Propagandaabteilung der Wehrmacht arbeitete.
Einer der engsten Mitarbeiter Adolf Eichmanns, Theodor Dannecker, war im September 1940 zum Leiter des Judenreferats der Gestapo in Paris geworden und ließ im Mai des folgenden Jahres insgesamt 3800 ausländische Juden verhaften und in die Lager Pithiviers und Beaune-la-Rolande bringen. Vor allem Männer aus Polen und Tschechien, die im größten Judenviertel im 11. Arrondissement in Paris wohnten, folgten am 14.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





