
Organspende: Kommt jetzt die Widerspruchslösung?
Organspende : Kommt jetzt die Widerspruchslösung? Von Vincent Boger 08.05.2026, 08:51Lesezeit: 4 Min. Ob Organe gespendet werden, hängt auch davon ab, ob das Krankenhaus gut organisiert ist.dpaIn Deutschland werden zu...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Organspende : Kommt jetzt die Widerspruchslösung? Von Vincent Boger 08. 2026, 08:51Lesezeit: 4 Min.
Ob Organe gespendet werden, hängt auch davon ab, ob das Krankenhaus gut organisiert ist. dpaIn Deutschland werden zu wenige Organe gespendet. Um das zu ändern, schlagen Abgeordnete nun ein Gesetz vor, das von der aktiven Zustimmung absieht.
Die Einzelheiten
Was Experten davon halten. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Seit Jahren gibt es zu wenige Organspender in Deutschland. Ende 2024 warteten über 8500 Personen auf ein Spenderorgan.
Im selben Jahr gab es jedoch lediglich 953 Organspender, die nach ihrem Tod insgesamt 2855 Organe spendeten. Um Organe wie Herz, Lunge und Leber sowie Gewebe, beispielsweise Herzklappen, in Deutschland spenden zu können, muss eine Person der Spende ausdrücklich zustimmen. Das geschieht meist durch einen Organspendeausweis oder einen Onlineeintrag im Organspende-Register.
Doch die Zustimmungslösung gilt als Grund für die geringen Spenderzahlen. Deshalb haben Abgeordnete von CDU, CSU, SPD, Grünen und Linker nun einen Gesetzentwurf für die sogenannte Widerspruchsregelung vorgestellt. Diese kehrt das bisherige Verfahren um: Anstatt sich aktiv als Organspender zu registrieren, sollen alle Personen als potentielle Spender angesehen werden, solange sie der Organspende nicht ausdrücklich widersprochen haben.
Was Experten sagen
Gelten soll die neue Regelung von 2030 an für alle volljährigen, geschäftsfähigen Bürger. „In Deutschland haben alle bisher getroffenen Maßnahmen versagt“Bereits im vergangenen September hat sich der Bundesrat für die Widerspruchslösung ausgesprochen, und auch medizinische Fachgesellschaften wie die Deutsche Transplantationsgesellschaft befürworten die Gesetzesänderung. Wissenschaftler haben die vorgeschlagenen Änderungen des Transplantationsgesetzes für das deutsche Science Media Center eingeordnet:Jan Gummert, Vorsitzender der Kommission Herz/Lunge bei der Deutschen Transplantationsgesellschaft, sagt: „In Deutschland haben alle bisher getroffenen Maßnahmen versagt, um die Zahl der Organspenden endlich zu erhöhen.
“ Laut dem Chirurgen sei selbst ein geringer Anstieg der Spenderzahlen ein Erfolg. Die Änderung führe „jedoch nicht automatisch zu hohen Zahlen“, auch wenn Untersuchungen im internationalen Vergleich zeigen, dass die Widerspruchslösung mit einer größeren Spenderquote einhergeht. Der Gesetzesentwurf sei ein „längst überfälliger Schritt zu mehr Organspenden“, meint Klemens Budde, leitender Oberarzt mit dem Schwerpunkt Transplantation an der Berliner Charité.
In Deutschland stürben mehr Menschen an den Folgen des „katastrophalen Organmangels“ als in anderen europäischen Ländern. Jedoch dürfe man die Widerspruchslösung nicht isoliert betrachten, sondern das gesamte Transplantationssystem. „Alle am Organspendeprozess beteiligten Personen, das heißt, vom Krankenhausdirektor bis hin zur Intensivschwester, müssen in den Krankenhäusern den Vorgang der Organspende zur Selbstverständlichkeit werden lassen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





