
„Parlament der Arbeit“: Die Radikalisierung des DGB
„Parlament der Arbeit“ : Die Radikalisierung des DGB Ein Kommentar von Dietrich Creutzburg, Berlin 10.05.2026, 08:49Lesezeit: 3 Min. Wird ohne Gewinne alles besser? Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi am 1. Mai in...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. „Parlament der Arbeit“ : Die Radikalisierung des DGB Ein Kommentar von Dietrich Creutzburg, Berlin 10. 2026, 08:49Lesezeit: 3 Min. Wird ohne Gewinne alles besser?
Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi am 1. dpaDer Deutsche Gewerkschaftsbund ergeht sich in Selbstgewissheit, eifert Verdi und Linkspartei nach. Wie lange wollen die Industriegewerkschaften sich das noch bieten lassen?
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Glauben die Gewerkschaften wirklich, dass die quälende Strukturkrise der Wirtschaft zu überwinden sei, indem man noch bedingungsloser ihren Sozialstaats- und Subventionsphantasien folgt? Glauben sie wirklich, dass sich Investitionsschwäche und Wohlstandsverlust abwenden lassen, indem man Sozialausgaben und -abgaben noch stärker erhöht? Glauben sie wirklich, dass man Unternehmen bloß „die Profite“ wegnehmen müsse (soweit noch vorhanden), und alles werde gut?
Der DGB-Bundeskongress, der am Sonntag beginnt, wird von seinen Veranstaltern unter dem würdevollen Namen „Parlament der Arbeit“ geführt. Im Unterschied zu anderen Parlamenten tagt er nur alle vier Jahre, auch wenn sich Krisen überschlagen. Umso mehr läge es nahe, die diesjährige Zusammenkunft für Strategiekritik zu nutzen.
Es wäre die Chance zu klären, wo alte Positionen und Reaktionsmuster nicht mehr zu den Realitäten passen. Es wäre auch eine Chance zu prüfen, welchen langfristigen Veränderungen sich Interessenvertretung für Arbeitnehmer stellen muss. Die neue Botschaft: Gewinne machen Arbeitnehmer arm und krankDoch wenig deutet darauf hin, dass der Gewerkschaftsbund und sein Führungspersonal das „Parlament der Arbeit“ auf diese Art mit Leben füllen.
Was Experten sagen
Man berauscht sich lieber an selbstgewissen Parolen, wie sie der DGB in auch seinem Aufruf zum jüngsten „Tag der Arbeit“ verbreitet hat. „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“, war das Hauptmotto. Schon das sagt aus, dass die Wirtschaftskrise nicht etwa mit verschlechterten Standortbedingungen, stark steigenden Produktions- und Lohnnebenkosten zu tun habe.
Sie beruht demnach auf der Dreistigkeit einer Wirtschaft, die „sogar“ in Krisenzeiten nach Gewinnen strebt. Und im Abschnitt „Angriff auf den 8-Stunden-Tag“ seines Aufrufs verstieg sich der DGB gar dazu, Gewinnstreben als „Angriff auf unsere Gesundheit“ darzustellen. Für Außenstehende wirft das oben skizzierte Fragen auf.
Aber werden die auch in den DGB-Reihen diskutiert? Anflügen von Zweifeln begegnen die tonangebenden Kräfte, nicht zuletzt die Vorsitzende Yasmin Fahimi, vorzugsweise mit erhöhter Lautstärke und Schärfe. Die Gedankenlinien dieser Radikalisierung führen inzwischen geradeaus und ohne Vorbehalt in eine sozialistische Welt fern der sozialen Marktwirtschaft.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





