
Partner-Mitversicherung: Was ist „gelebte Frauenpolitik“?
Partner-Mitversicherung : Was ist „gelebte Frauenpolitik“? Ein Kommentar von Susanne Kusicke 15.05.2026, 21:20Lesezeit: 4 Min. Hat sie einen „Midi-Job“? Nach Berechnungen des Bundesgesundheitsministeriums würde das...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Partner-Mitversicherung : Was ist „gelebte Frauenpolitik“? Ein Kommentar von Susanne Kusicke 15. 2026, 21:20Lesezeit: 4 Min.
Hat sie einen „Midi-Job“? Nach Berechnungen des Bundesgesundheitsministeriums würde das reichen, um selbst krankenversichert zu sein. Aber ob man es auch möchte?
Die Einzelheiten
ShutterstockLaut Gesundheitsministerin Warken ist es Frauenpolitik, die beitragsfreie Mitversicherung einzuschränken. Als Frau stellen sich da ein paar Fragen. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Als Bundesgesundheitsministerin Nina Warken Mitte April ihre Reform- und Sparpläne für das Gesundheitswesen vorstellte, wählte sie eine bemerkenswerte Begründung, warum die beitragsfreie Mitversicherung von Ehe- und Lebenspartnern weitgehend abgeschafft werden soll: Es gehe ihr nicht um Beitragsgerechtigkeit oder um Mehreinnahmen für die gesetzliche Krankenversicherung.
Vielmehr sei die Mitversicherung von Ehe- und Lebenspartnern, die weder Kinder erziehen noch Angehörige pflegen, ein Beschäftigungshemmnis. Und es sei „gelebte Frauenpolitik“, dieses Hemmnis abzuschaffen. Diese Begründung wirft viele Fragen auf.
Die erste: Seit wann und warum macht eine Gesundheitsministerin Frauenpolitik (sofern es sich nicht um Überlegungen handelt, wie Frauen in der Medizin geschlechtsadäquat behandelt werden könnten)? Nun ist Warken auch Vorsitzende der Frauen-Union, insofern liegt ihr das Thema näher als anderen Gesundheitsministern oder -ministerinnen, und man könnte es auch als eine Querschnittsaufgabe für alle Ministerien ansehen. Dennoch: Der Sprung überrascht.
Was Experten sagen
Die zweite: Ist es wirklich „Frauenpolitik“, Frauen durch den Entzug eines Geldbetrags dazu zu drängen, sich einen Job zu suchen und für die eventuell vorhandenen Kinder einen Hortplatz? Die Argumentation der Gesundheitsministerin verläuft hier so: Wer arbeitet, zahlt eigene Beiträge in die Rentenkasse, das fördere Eigenständigkeit und Vorsorge. Fördert man neuerdings aber Eigenständigkeit, indem man sie verordnet?
Sanktionslos nur noch mit Kindern unter sieben JahrenUnter Frauenpolitik könnte man sich jedenfalls auch ganz andere Vorschläge vorstellen. Etwa dafür zu sorgen, dass geschiedene oder getrennte Väter weniger leicht und lange den Unterhalt für ihre Kinder zurückhalten können. Oder dafür, dass in Schulkantinen besseres (gesundes) Essen angeboten wird, damit man sich als Mutter nicht am Ende doch an den Herd stellen muss, um dem Kind etwas Vernünftiges zu essen vorzusetzen.
Überhaupt eine Bildungspolitik, die weniger auf die Unterstützung der Eltern (Mütter) baut. Wer sich heute dafür entscheidet, für seine Kinder intensiv sorgen zu wollen, soll das nach den neuen Plänen sanktionslos auch nur noch tun können, bis sie sieben Jahre alt sind. Das ist erfahrungsgemäß noch ziemlich jung.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





