
Planung zu langsam: Klage gegen neuen Frankfurter Stadtteil droht
Planung zu langsam : Klage gegen neuen Frankfurter Stadtteil droht Von Günter Murr 05.05.2026, 07:17 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Die Schiene kommt: Bei Praunheim wird an der Regionaltangente West...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Planung zu langsam : Klage gegen neuen Frankfurter Stadtteil droht Von Günter Murr 05. 2026, 07:17 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Die Schiene kommt: Bei Praunheim wird an der Regionaltangente West gearbeitet.
Neben der Strecke soll ein Neubaugebiet entstehen. Frank Rumpenhorst Bei Grundstückseigentümern wächst der Widerstand gegen die Planung für einen neuen Stadtteil im Nordwesten Frankfurts. Sie dauert ihnen zu lange.
Die Einzelheiten
Einige haben sich jetzt zusammengeschlossen und bereiten eine Klage vor. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Kai-Michael Paul versteht die Frankfurter Kommunalpolitik nicht mehr: „Alle Parteien sagen, wir brauchen Wohnungen. Dann sollten wir auch etwas dafür tun“, meint der Bauingenieur, der über eine Grundstücksgesellschaft Eigentümer großer Flächen am westlichen Rand des Frankfurter Stadtteils Praunheim ist.
Auf diesen und benachbarten Grundstücken könnten zügig 500 Wohnungen entstehen, 900 weitere in einem zweiten Schritt – wenn sich die Stadt auf eine Zusammenarbeit einließe. Von einem „sozialen, nachhaltigen und klimaangepassten Quartier“ sprechen die fünf Eigentümer, die gerade dabei sind, eine Standortinitiative zu gründen. Ihr Ziel: schnell neuen Wohnraum entwickeln – und die offiziellen Pläne der Stadt Frankfurt zu Fall bringen.
Es geht um eine als „Stadtteil der Quartiere“ bezeichnete städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (SEM), die im vergangenen Dezember mit breiter Mehrheit im Stadtparlament beschlossen wurde. 6000 bis 7000 Wohnungen sollen zwischen Praunheim, der Nordweststadt und der Autobahn 5 entstehen. Die Stadt hat sich für ein Verfahren entschieden, das bereits bei der Entwicklung des neuen Stadtteils Riedberg angewandt wurde: Grundstücke werden zum Preis für Ackerland aufgekauft, aus der Differenz zum Preis für Bauland wird die nötige Infrastruktur finanziert.
Was Experten sagen
Enteignungen sind nicht ausgeschlossen. Noch steht die nötige Zustimmung der regionalen Gremien aus. Auch müssen noch Bebauungspläne für die einzelnen Quartiere erarbeitet werden.
Nach Ansicht der Grundstückseigentümer, die nach eigenen Angaben über 90 Prozent der bei Praunheim vorgesehenen Baufläche verfügen, ist dieses Verfahren zu langwierig und wird sich bis in Vierzigerjahre ziehen. Sie verweisen auf München: Dort wird seit 2008 an einer SEM in der Nähe der Pferderennbahn Daglfing im Nordosten der Stadt geplant. Im Februar erklärte der damalige Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) das Vorhaben für gescheitert.
Die jahrelangen Planungen hätten „zu keinem Baurecht geführt, geschweige denn zu einer einzigen gebauten Wohnung“. Bei der Kommunalwahl wenige Wochen später wurde Reiter allerdings nicht wiedergewählt. Wie es mit der SEM weitergeht, ist offen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





